Es ist Anfang Juli, und Dennis Baum, ein Mann mit weißem Anzug und grauem Haar, tritt auf eine Bühne, vor der gut fünftausend Menschen stehen, auch ich.
Unweit dieser Bühne findet zum selben Zeitpunkt der AfD-Parteitag statt. Baum erzählt von dem Unternehmen seiner Familie, das einen Namen trägt, der hier in Thüringen und ganz Ostdeutschland für ein Lebensgefühl steht: Simson. „Das Simson-Moped war ein Symbol der Freiheit, als es keine Freiheit für die Menschen in der DDR gab. Heute ist es ein Symbol der Freiheit in einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Großartig“, sagt Dennis Baum mit hörbar amerikanischem Akzent. Er ist 82 Jahre alt, amerikanischer Staatsbürger und aus New York angereist.
Aron Boks (l.) mit dem Simson-Nachfahren Dennis Baum.
© Christian Graeving
Dennis Baum erzählt von seiner Großmutter, Minna Simson, die 1936 mit ihrer Familie vor den Nazis aus Deutschland fliehen musste. Die Simsons hatten in Suhl, Thüringen, ein riesiges Unternehmen aufgebaut, das 1935 von den Nazis enteignet wurde. In der DDR wurden dort dann die Simson-Mopeds produziert.







