Die Kunsthalle Mannheim zeigt in einer Ausstellung die Aktions- und Objektkunst des Nouveau Réalisme. Es geht um die Verkrustungen der Nachkriegsgesellschaft.

Weißer Alfa Romeo auf weißem Grund: Armans „White Orchid“ von 1963

Axel Schneider Frankfurt am Main; VG Bild-Kunst, Bonn 2026; Museum für Moderne Kunst

Für Autofans könnte der Anblick ein Schock sein. In der Ausstellung „Radikal. Real“ in der Kunsthalle Mannheim ist ein Alfa Romeo zu sehen – als komprimierter Schrott-Kubus, eine Skulptur von César. Unbehagen könnte auch das Wrack eines eleganten, weißen MG-Sportwagens auslösen. Es hängt wie ein Bild an der Wand, von Ferne einem ramponierten Insekt ähnlich, bei näherer Betrachtung ein rostiges Knäuel verschlungener Röhren mit gesplitterter Frontscheibe.

Der französisch US-amerikanische Künstler Arman, eigentlich Armand Pierre Fernandez, sprengte den Wagen 1963 in Kooperation mit dem Düsseldorfer Galeristen Alfred Schmela und Einwilligung des Besitzers Charles Wilp in einem Steinbruch bei Ratingen in die Luft. Der Fotograf und Werbefachmann Wilp hängte sich das Resultat der Kunstaktion ins Wohnzimmer – wohl als Inspiration für seine Arbeit. Heute ist es Teil der Sammlung des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt.