Die Überschriften der deutschsprachigen Medien sind sich ähnlich: Chinas Wachstum bricht ein. „Chinas Wirtschaft in der Krise“, titelt zum Beispiel die NZZ. Richtig ist das nur, wenn man ausschließlich das 2. Quartal anschaut und unterstellt, es sei der Beginn eines neuen Abwärtstrends. Ein einziges Quartal mit dem niedrigsten Wachstum in den vergangenen zweieinhalb Jahren ist jedoch noch keine Krise. Vor allem nicht nach einem starken ersten Quartal mit 5 Prozent Wachstum. Zudem hat die Schwäche einen Grund: China hat Anfang des Jahres die Subventionen im E-Autobereich abgebaut. Das hat Berlin schon lange gefordert und schlägt nun im zweiten Quartal durch.

Betrachtet man das erste Halbjahr insgesamt, ist China mit 4,7 Prozent voll im Plan der Regierung und erfüllt auch die internationalen Erwartungen. Während der Internationale Währungsfonds (IWF) jüngst die Vorhersage für die Weltwirtschaft 2026 um 0,1 auf 3 Prozent gesenkt hat, hat er China um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent angehoben. Und das, obwohl die USA im IWF mehr als doppelt so viele Stimmrechte haben wie China. Peking kann dort nichts beschönigen.

China bleibt auf Wachstumskurs

Zudem wächst die aufsteigende Weltmacht China mehr als doppelt so stark wie die USA, obwohl die chinesische Wirtschaft – kaufkraftbereinigt – schon größer ist. Kaufkraftbereinigt bedeutet, dass die Stärke der Wirtschaft daran gemessen wird, was die Produkte und Leistungen tatsächlich kosten. Eine Messung ohne Selbstbetrug.