Sie liegen im Atlantik, zwischen Nordamerika und Europa, fünf Flugstunden von Frankfurt entfernt: die Azoren. Durch die isolierte Lage kann man – im Sommer – auf den insgesamt neun bewohnten Hauptinseln an einem Tag alle vier Jahreszeiten erleben. Der Wechsel zwischen Nebel und subtropischer Sonne kann auf den Vulkaninseln rasant sein. Dafür wird es – selbst im Winter – kaum kälter als 12 Grad auf Portugals Außenposten, der auch „Europas Hawaii“ genannt wird.

Früher lebte man auf den Azoren vom Walfang, heute von Whale-Watching-Touren, Outdoortourismus und Menschen, die von dort remote arbeiten. Für 154 Millionen Euro hat Portugal 4000 Kilometer Unterseekabel legen lassen, die Madeira mit den Azoren verbinden. Das WLAN hier hält, was es verspricht.

Im Sommer blüht und wächst es auf den Inseln allerorten. Guaven, Bananen, Passionsfrüchte und Ananas gibt es zu kosten, Letztere sind kleiner und aromatischer als die, die man aus deutschen Supermärkten kennt – sie schmecken nach Kokosnuss und Vanille.

Im Hotel „Herdade do Ananás“ (ab 270 Euro), auf einer Ananasplantage der größten Azoreninsel São Miguel ist man ganz nah dran an der Frucht, im Gewächshaus kann man sogar im Whirlpool baden. Die Hortensien gedeihen dank der hohen Luftfeuchtigkeit fast wie andernorts das Unkraut, nur eben viel schöner, und bilden in den Sommermonaten meterhohe violettblaue Hecken, die viele Straßen säumen, besonders auf Faial, der „Ilha Azul“, der blauen Insel. Manche Landschaft erinnert eher an Irland oder Island als an Portugal.