Die Bundesregierung bremst beherzt beim Klimaschutz. Noch schlimmer ist fast, dass sich der zuständige Minister nicht dafür zu interessieren scheint.

Carsten Schneider von der SPD nennt sich Klimaschutzminister, für den Klimaschutz tut er aber praktisch nichts

Robert Michael/dpa

B ereits nahezu 10.000 Menschen sind dieses Jahr hierzulande an Hitze gestorben – und der Sommer strebt erst noch seinem Höhepunkt entgegen. Befragt, ob der Kanzler die Hitze zur Chefsache machen wolle, erklärte sein Sprecher, eine Chefsache werde das Wetter auch nicht ändern. Aber das ist falsch: Eine Attributionsstudie [untersucht, inwieweit der Klimawandel die Häufigkeit und die Stärke einzelner Wetterextreme beeinflusst; d. Red.] des Deutschen Wetterdienstes hat ergeben, dass derartige Hitzebelastung ohne den Klimawandel gar nicht möglich wäre. Hier geht es also nicht ums Wetter.

Wenn sich schon der Kanzler nicht für zuständig erklärt, müsste es dann nicht wenigstens der zuständige Minister tun? Carsten Schneider von der SPD nennt sich Klimaschutzminister, für den Klimaschutz tut er aber praktisch nichts. Wie sonst ist es beispielsweise zu erklären, dass das Kabinett immer wieder neue Hürden gegen den Ausbau der Erneuerbaren in die Gesetzestexte schreibt? Dass der Klimaschutzminister Widerstand dagegen leistete, gar mit Rücktritt drohte, wenn er seine Mission in Gefahr sieht – davon ist bislang nichts überliefert.