Trump zögert bei Vergabe von Patriot-Lizenz Die Ukraine hat vor dem nahenden Winter auf eine rasche ​Stärkung ihrer Luftverteidigung gedrungen und ist nun beim erhofften Lizenzbau amerikanischer Raketen auf Hürden gestoßen. ⁠Die Regierung in Kiew verhandele mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium über die Erlaubnis, Patriot-Abfangraketen selbst zu produzieren, sagte die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, am Donnerstag. Dieser Prozess könne jedoch ein bis ‌fünf Jahre dauern. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge sei sich der amerikanische Präsident Donald Trump zudem nicht sicher, ob er dem zustimmen werde. „Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und wir müssen ‌ein wenig vorsichtig sein, ‌an wen wir Lizenzen vergeben“, zitierte die Zeitung den Präsidenten aus einem Telefonat.Stefanischyna betonte, die Ukraine brauche die Raketen dringend, um sich gegen die zunehmenden russischen Angriffe zu schützen. Vertreter des Patriot-Herstellers Raytheon seien bereits ​in der Ukraine gewesen, und Lockheed ⁠Martin, das die PAC-3-Abfangraketen für das Luftabwehrsystem herstellt, arbeite daran, ebenfalls ein Team in das Land zu entsenden, ​erklärte die Botschafterin während einer Veranstaltung. „Die verheerenden Auswirkungen jedes nächtlichen Angriffs sind derzeit unglaublich“, sagte Stefanischyna. „Letzte Nacht und in ⁠der Nacht davor ‌waren es 30 bis 40 ballistische Raketen.“Parallel zu den Rüstungsfragen laufen diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Trump am Dienstag im Weißen Haus getroffen. Dabei wiederholte ⁠er nach Angaben ⁠der Botschafterin sein Angebot, die Kämpfe an den aktuellen Frontlinien einzufrieren und dies als Ausgangspunkt für ⁠Verhandlungen zu nutzen. ​In diesem ⁠Zusammenhang kündigte Trump dem Zeitungsbericht zufolge an, ​dass seine Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in den ‌kommenden Tagen erstmals in die Ukraine reisen würden. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, der ​Besuch könnte aber bereits in der ​nächsten Woche stattfinden, erklärte Stefanischyna.