Ja, es gibt unangenehme Begegnungen mit Schwulenhassern islamischen Hintergrunds. Die Frage ist, wann es richtig bedrohlich wird.
Deutsch-Kurs für Geflüchtete in Berlin (Archivbild)
Andreas Pein/laif
N ach dem Terroranschlag auf den CSD in Berlin kreisen meine Gedanken immer wieder um eine Frage: Nehme auch ich Homophobie aus dem islamistischen Spektrum nicht ernst genug? Denn vor Kurzem hat mich ein Vorfall zwar erschüttert – aber ich habe ihn anschließend auf sich beruhen lassen. War das leichtsinnig?
In meinem Zweitberuf unterrichte ich Deutsch in Integrations- und Berufssprachkursen. Im Frühsommer rastete ein afghanischer Mann aus nichtigem Anlass völlig aus. Er wollte sich nicht von mir sagen lassen, welche Aufgaben er zu erledigen hat. „Ich bin doch nicht schwul! Seit zwei Jahren will diese Schule mich schwul machen! Ich hasse Schwule. Schwule sind Schweine. Und ihr wollt mich schwul machen!“ Er schrie und schrie und schrie. Seine Aggressionen standen förmlich im Raum, ebenso die Angst der anderen Lernenden, überwiegend Frauen. Ich habe mich ebenfalls bedroht gefühlt.











