Der Klimawandel setzt den Kaffeebauern in Brasilien zu. Einige verabschieden sich von Monokulturen und experimentieren. Kann das den Arabica retten?
Manchmal ist es gar nicht schlecht, in der Scheiße zu stecken. Etwa, wenn man in Brasilien nach zukunftsfähigen Alternativen im Kaffeeanbau sucht. Dort, in den Bergen im Südosten des Landes, steht Luiz Antonio Ramos barfuß im Pferdemist und schaufelt ihn in seinen Truck. „Ich liebe diesen Geruch!“, ruft er und wirkt dabei ehrlich glücklich. Später wird er den Mist mit Kaffeeschalen und Holzasche mischen und auf seine Felder bringen: als Substrat für seine Kaffeesetzlinge und Starthilfe für den Boden, der sich erst regenerieren muss.
Ramos ist Biologe und hat eine Vision. Auf einstigen Weidehängen in seiner Heimatstadt Serra Negra im Bundesstaat São Paulo will er Kaffee unter dem Schatten von Bäumen kultivieren. Er versteht Landwirtschaft als Teil eines Ökosystems und setzt auf biologische Vielfalt und natürliche Kreisläufe. Ein zentrales Instrument ist dabei die Agroforstwirtschaft, bei der sich Ackerbau oder Tierhaltung die Fläche mit Bäumen teilen. Diese spenden Schatten, schützen vor Erosion und liefern Biomasse, die den Boden nachhaltig regeneriert. Das steht im Kontrast zu den sonnenexponierten Monokulturen, die Brasiliens Kaffeeanbau dominieren und an denen er vorbeifährt, wenn er den Pferdemist zu seinem Anwesen transportiert.









