Man hat sich ja schon eine ganze Weile lang gefragt, wie lange sich der internationale Fußball von Fifa-Präsident Gianni Infantino noch am Ring durch die Manege ziehen lassen würde. Jetzt weiß man: bis Donnerstag, 30. Juli, circa 17 Uhr. Da beschlossen alle 55 Nationalverbände der Europäischen Fußball-Union Uefa einen Boykott sämtlicher Fifa-Turniere, sollte Infantino an seinem Plan festhalten, einen Teil der kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen.Die Fifa hatte damit eine Milliardensumme einspielen wollen – ohne die Europäer um Weltmeister Spanien, Frankreich oder Deutschland würde die WM ihren sportlichen Wert aber weitgehend einbüßen. Mein Kollege Johannes Aumüller schreibt, dass Europa mit der Eskalation jetzt den ultimativen Bruch mit der Fifa vollzieht. Und andere ziehen nach: Am Donnerstagabend teilte der für Nord- und Mittelamerika zuständige Verband Concacaf mit, Infantinos Pläne ebenfalls geschlossen abzulehnen, mit Boykott drohen sie jedoch nicht.Seit dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day am vergangenen Wochenende wird die queere Community überschüttet mit Blumen und warmen Worten. Gleichzeitig werden Fördergelder gestrichen – zum Beispiel bei Kim Trau: Sie ist Geschäftsführerin eines queeren Verbands, der junge Menschen berät, wenn sie zum Beispiel Hilfe bei ihrem Coming Out brauchen. Kommendes Wochenende ist nun wieder Christopher Street Day, diesmal in Hamburg. Reporter Josef Wirnshofer war mit Kim Trau unterwegs und erzählt von einer Community, aus der trotz des Anschlags viele zu der Feier in Hamburg gehen werden, nach dem Motto: jetzt erst recht.In der Politik wurden nach dem Anschlag Forderungen laut nach Fußfesseln und präventivem Polizeigewahrsam für Gefährder. SZ-Kolumnistin Frauke Brosius-Gersdorf spricht sich dafür aus, dass dieser präventive Polizeigewahrsam, bevor jemand eine Straftat begangen hat, auch für längere Dauer möglich sein sollte: Der Schutz der Allgemeinheit könne nicht davon abhängen, ob jemand bereits schwere Straftaten begangen hat.Was heute wichtig istMadrid schickt nach Ansturm von Migranten Militär nach Ceuta. Spanien schickt Soldaten, eine Tauchereinheit und ein Militärschiff nach Ceuta, der spanischen Enklave, die an Marokko grenzt. Etwa 1500 Menschen, meist junge Männer, haben Ceuta in den vergangenen Tagen meist schwimmend erreicht. Auslöser ist offenbar ein Verbot der sogenannten „Pushbacks“, also das Zurücktreiben von Migranten im Meer, die Land suchen, des obersten spanischen Gerichtshofs. Zum ArtikelUSA und Friedensrat: Hamas haben Entwaffnung zugestimmt. Die Terrormiliz Hamas soll laut Vertretern der US-Regierung und des umstrittenen Friedensrats ihrer Entwaffnung und der Entmilitarisierung des Gazastreifens zugestimmt haben. Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, eine Vereinbarung zur „vollständigen Entwaffnung“ der Hamas sei erzielt worden. Genaue Zeitangaben wurden nicht gemacht. Zum Liveblog zum Krieg in NahostProteste aus dem Gefängnis: Irans Volk demonstriert weiter gegen das Regime – das lässt Gegner öffentlich hinrichtenUefa vollzieht den ultimativen Bruch mit der Fifa. Europas Fußballunion Uefa geht in den offenen Konflikt mit Gianni Infantinos Fifa. Solange sein Investorendeal im Raum steht, wird kein europäisches Nationalteam an einem Turnier des Weltverbandes teilnehmen. Zum ArtikelBoykott der Fußball-WM: „Ein Akt der Nötigung“: Das Uefa-Statement im WortlautOst-Ministerpräsidenten lehnen Teile der Rentenreform ab. Die Ost-Ministerpräsidenten der CDU wenden sich gegen einen zentralen Punkt der Rentenreform und fordern mehr Rücksicht beim Umbau der Sozialsysteme. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren wollen sie erhalten. Sie bekommen postwendend Widerspruch – von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, ebenfalls ostdeutsch. Zum ArtikelRegierungskoalition: Auf den Kanzler wartet ein ungemütlicher HerbstMEINUNG Bundesregierung: Merz’ Kanzlerschaft ist so gefährdet wie nieTV-Kritik „Sarah Tacke“: „Es gibt keine Maßnahme, die die Welt rettet“. Kann man das Prinzip Talkshow neu erfinden? Nicht wirklich, aber bei Sarah Tackes Premiere im ZDF sprechen Düzen Tekkal, Ahmad Mansour und Herbert Reul erstaunlich konstruktiv über den CSD-Anschlag und die Bedrohung durch den Islamismus. Zum ArtikelWeitere wichtige ThemenEXKLUSIV Reformen: Zweifel an den Plänen der Koalition zum KündigungsschutzJobwechsel: Nach nicht mal einem Jahr trennt sich Ex-„Tagessschau“-Sprecher Constantin Schreiber von Axel SpringerLiveblog zur US-Politik: Elfenbeinküste ohne Küste: USA zeigen falsche Afrika-KarteDie Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDossier Digitalwende: KI-Gigafabriken: Brüssel startet Ausschreibung. Ein knappes Dreivierteljahr später als angekündigt hat die EU-Kommission den offiziellen Bewerbungsaufruf für KI-Gigafabriken gestartet. Das Ziel sind bis zu sieben KI-Großrechenzentren, um technologisch souveräner zu werden. Auch wichtig: Das Vertrauen der Deutschen in den Staat hat laut einer Umfrage einen neuen Tiefstand erreicht. Zum BriefingDossier Geoökonomie: Amerikas teure Schulden. Anleger zweifeln, dass die US-Notenbank die Inflation entschlossen genug bekämpft – und verlangen für langfristige Kredite an Trumps Staat höhere Zinsen. Das wirkt über den Atlantik: Auch europäische Länder und Unternehmen werden mehr für geliehenes Geld zahlen müssen. Immobilienkredite könnten teurer werden. Zum Briefing