Das geht gleich mitten ins Herzzentrum: Sarah Tacke begrüßt ihre Zuschauer zunächst einmal draußen und nicht im edel gezimmerten Talkshow-Studio. Sie nimmt uns mit in den Tiergarten, an die Stelle, an der die Hauptstadt ihre Trauer bekundet über die Opfer des Terroranschlags auf den CSD.Der 21-jährige Islamist Abdul Ballout war letzten Sonnabend am Rande der Veranstaltung mit einem Transporter in eine Menschenmenge gerast und danach mit einer Machete auf die Leute losgegangen. Eine Frau kam uns Leben, viele wurden verletzt. Vom seelischen Trauma ganz zu schweigen, das diese Attacke bei den Beteiligten und im kollektiven Gedächtnis hinterlassen wird.

Sie nimmt direkt das Entsetzen der Bürger auf

„Wir waren alle gemeint hier im Berliner Tiergarten“, sagt Tacke, „wieder ein islamistischer Anschlag, eine Tote, viele Verletzte und wieder ein Auto als Mordwaffe. Ein IS-Anhänger, einer von denen die Sicherheitsbehörden wussten, dass er jeden Moment zuschlagen könnte.“ Es fällt auf, mit welcher Dringlichkkeit sie das Wörtchen „wieder“ betont und welchen Nachdruck sie auch in ihre Mimik legt: Hier hört man eine sprechen, die erstmal keine abseitigen Debatten aufmacht, sondern direkt das Entsetzen der Bürger aufnimmt, die es nicht fassen können, dass der Staat sie offenbar nicht schützen kann gegen Anschläge dieser Art.