PfadnavigationHomePolitikAuslandRotes Meer„Rein defensiv“ – Saudi-Arabien gründet Militärbündnis zum Schutz der SchifffahrtStand: 21:47 UhrLesedauer: 2 MinutenTanker im Roten Meer: Die Meerenge Bab al-Mandab ist der südliche ZugangQuelle: Amr Abdallah Dalsh/REUTERSUnter der Führung Saudi-Arabiens haben sich 14 Länder zu einer Militärallianz zusammengeschlossen, um die Meerenge von Bab al-Mandab vor den Angriffen iranischer Stellvertreter zu schützen. Auch die EU und die USA sind dort bereits aktiv.Saudi-Arabien hat ein Militärbündnis zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer rund um die wichtige Meerenge Bab al-Mandab angekündigt. Teil der Allianz sind nach saudischen Angaben 14 Länder, darunter die Golfstaaten Kuwait, Katar und Bahrain sowie Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien.Das Bündnis solle die Freiheit der Schifffahrt sowie internationale Routen für Handel und die weltweite Energieversorgung schützen, teilte das saudische Verteidigungsministerium am Donnerstagabend nach einem Treffen zur Allianz in Riad mit. Saudi-Arabien solle die Koalition als Gründungs- und ⁠Führungsstaat leiten ​und das ‌Hauptquartier stellen.Die Ankündigung folgt auf Angriffe der Iran-treuen Huthi-Miliz im Jemen vergangene Woche gegen saudische Schiffe. Die Miliz hatte Handelsschiffe im Roten Meer aber schon ab 2023 massiv attackiert. Daraufhin wurde zum Schutz der Schifffahrt bereits die EU-geführte Mission Aspides ins Leben gerufen und der US-geführte Einsatz Prosperity Guardian.„Sicherheit zur See ist eine gemeinsame Verantwortung“, teilte das Ministerium mit. Dies solle durch gemeinsame Militäreinsätze, Planungen und Übungen sowie den Austausch von Geheimdienstinformationen erreicht werden. Die Allianz sei in ihrer Natur aber „rein defensiv“ und habe nicht das Ziel, einen Staat, ein anderes Bündnis oder eine internationale Organisation anzugreifen.Vereinigte Arabische Emirate und Oman nicht dabeiWegen der faktischen Blockade der Straße von Hormus exportiert Saudi-Arabien einen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline ans Rote Meer. Durch neue Angriffe der Huthi wird aber auch dieser Exportweg unsicherer.Lesen Sie auchBemerkenswert ist, dass der Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate laut Mitteilung nicht dabei sind, obwohl sie im Iran-Krieg ähnliche Ziele mit Blick auf ihre Sicherheit haben wie Saudi-Arabien. Das Bündnis versammelt aber eine regionale Vierer-Gruppe (R4) aus Saudi-Arabien, Pakistan, Ägypten und der Türkei formell unter einem Dach. Diese gelten als regionale Schwergewichte und sprechen sich zunehmend miteinander ab. Sie betrachten – in unterschiedlichem Maß – sowohl die Aktivitäten Israels als auch die des Irans als Bedrohung in der Region.Lesen Sie auchFür das Treffen in Riad am Donnerstag kamen nach saudischen Angaben Vertreter aus mehr als 40 Ländern zusammen, darunter auch Vertreter der EU-Delegation in dem Königreich. Die Tür stehe anderen Ländern weiter offen, hieß es aus Riad.dpa/Reuters/sebe