Mexikanische Drogenkartelle verlagern die Produktion synthetischer Rauschgifte. Nach Angaben der BBC entdeckte die Anti-Drogen-Behörde National Drug Law Enforcement Agency (NDLEA) bei einer Großrazzia im Bundesstaat Ogun ein hochkomplexes Methamphetamin-Superlabor mitten im Dschungel. Wie die Behörde mitteilte, stellten die Ermittler dabei über zwei Tonnen der Droge im Schätzwert von rund 360 Millionen US-Dollar sicher – der bislang größte Fund synthetischer Drogen in der Geschichte des Landes. Neben nigerianischen Tatverdächtigen wurden auch drei Mexikaner festgenommen.
Nur wenige Wochen nach dem Zugriff im Bundesstaat Ogun hoben Einsatzkräfte im benachbarten Bundesstaat Oyo eine weitere Anlage aus und nahmen erneut einen mexikanischen Drogenexperten fest. Erkenntnisse des US-Afrikakommandeurs (Africom) und der US-Drogenbehörde DEA belegen, dass die führenden lateinamerikanischen Syndikate – insbesondere das Sinaloa-Kartell und das Jalisco Cartel New Generation (CJNG) – gezielt Spezialisten („Kocher“) nach Afrika entsenden.
Laut Africom-Angaben wurden seit 2023 kontinentweit mindestens 14 von mexikanischen Netzwerken betriebene Meth-Labore ausgehoben, unter anderem in Nigeria, Kenia, Mosambik und Südafrika. Da die Herstellung synthetischer Drogen im Gegensatz zu pflanzlichen Substanzen wie Kokain lediglich Chemikalien und Know-how erfordert, ist die Produktion geografisch flexibel.








