Es ist heiß an diesem Nachmittag im Hof des Kulturhauses Astra in Berlin. Gut 30 Grad, pralle Sonne. Steffen Krach steht mittendrin und spricht mit einer Inbrunst, die dem Wetter trotzt. Um ihn herum: Wahlplakate, Parteianhänger, Kameras. Und hinter ihm, zunächst noch mit weißen Planen verhüllt, die neuen Großplakate der Berliner SPD – bereit für ihren großen Auftritt in der Stadt.Krach trägt auf einem der Motive ein knallrotes Jogging-Shirt, darunter die Botschaft: „Berlin wieder nach vorn.“ Der Mann will Energie ausstrahlen. Dynamik. Lösungskompetenz. Irgendwo auch Trotz. Denn die Umfragewerte der SPD sind seit Monaten im Keller.

Kämpfer gegen den Stillstand

Die Slogans auf den kleineren Plakaten sind griffig und alltagsnah: „Spielplatz ohne Spritze“, „Grundschule ohne Handy“, „Baustellen sind zum Bauen da, nicht zum Stellen“. Das Versprechen dahinter ist klar: Krach als Macher, als einer, der die kleinen, nervenden Dauermissstände dieser Stadt endlich anpackt. Und das große Thema fehlt natürlich nicht: „Der Mietenwahnsinn endet jetzt“, prangt auf einem der Großplakate. Es ist die erste Welle von vier großformatigen Motiven – weitere sollen folgen.Krach nutzt die Bühne für eine Kritik am Senat unter Kai Wegner. „Es scheint für den Senat unter der Führung von Kai Wegner so zu sein, dass das kleinste Problem zu groß ist, um es zu lösen. Im Winter ist es das Glatteis, im Frühjahr die nicht funktionierenden Rolltreppen am Hauptbahnhof und im Sommer ist es die Giftraupe – und der Regierende Bürgermeister stellt sich hin und sagt: Ich kann das alles nicht lösen. Das kann nicht unser Anspruch sein“, sagt Krach. Sein Gegenentwurf klingt so: „Ich will nicht nach Zuständigkeiten fragen, sondern nach Notwendigkeiten handeln.“