China setzt immer weniger auf importiertes Flüssigerdgas (LNG). Stattdessen baut das Land seine eigene Gasförderung aus und treibt den Umstieg auf erneuerbare Energien voran. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Analysten und Branchenvertreter.Der Iran-Krieg hat diesen Umbau offenbar beschleunigt. Die Angriffe auf Energieanlagen in Katar und die Störungen an der Straße von Hormus haben in China neue Sorgen um die Versorgungssicherheit ausgelöst. Peking dürfte seine Abhängigkeit von LNG deshalb stärker reduzieren als bislang erwartet – mit weitreichenden Folgen für geplante Exportprojekte in den USA und Katar.
„Selbst wenn die LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf irgendwann wieder aufgenommen werden, gehen wir davon aus, dass die verstärkten Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit in China zu einem konservativeren Umgang mit LNG führen werden“, sagte S&P-Analystin Megan Jenkins. Der Krieg werde Chinas Streben nach Energieautarkie weiter verstärken.
China steckt Hunderte Millionen in eigene Gasförderung
Die heimische Gasproduktion des Landes wuchs in den vergangenen 25 Jahren durchschnittlich um 9,5 Prozent pro Jahr. China erschließt dafür unter anderem Schiefergas und Kohleflözgas. Wie stark die Volksrepublik die eigene Förderung inzwischen vorantreibt, zeigt eine Entscheidung des Staatskonzerns Sinopec: Das Unternehmen stoppte im März den Ausbau seines LNG-Terminals in Tianjin und steckt die dafür vorgesehenen 590 Millionen Dollar stattdessen in die Gasförderung.






