Es ist Hochsaison in den Alpen. Für die Hüttenwirte heißt das: Helikopterlieferungen, Knödel raushauen, Angst vor Wassermangel. Ein Besuch im Alpenpalast.
A m schwierigsten sind die Kaspressknödel. Spinatknödel, Speckknödel, Rote-Beete-Knödel, alles kein Problem. Da dreht man den Klumpen Teig rund, und dann, zack, aufs Tablett für die Tiefkühlkammer. Kaspressknödel sind anders. Sie sind platt und am Rand dürfen sie keine Risse haben. Also Teig matschen, drehen, matschen, drehen.
Zu viert sitzen wir dafür an dem Tisch neben der Küche. Erst wurde noch munter geredet, wo wer herkommt, wie lange wer bleibt, aber irgendwann werden die Gespräche einsilbiger. Schließlich gibt es eine klare Ansage von Florian Illmer, der Hüttenwirt und Koch auf der Berliner Hütte ist: „Ich weiß, dass das gemütlich ist, so zusammensitzen, quatschen und Knödel drehen. Aber ich brauche Menge. Richtig Menge.“ Es ist, sagt er später, gerade seine größte Sorge: in der Küche nicht ausreichend vorbereitet zu sein auf die Saison.
Denn die hat es in sich. Wie viele Knödel genau es sein müssen, sagt er nicht, aber es ist klar, es müssen viele sein: Die Berliner Hütte, das ist keine kleine Schutzhütte, sondern ein denkmalgeschützter Prachtbau auf über 2.000 Meter Höhe im österreichischen Zillertal. Sie wird auch „Alpenpalast“ genannt wegen der riesigen Kronleuchter und den nussbraun schimmernden, meterhohen Zirbelholzwänden im Speisesaal. 150 Schlafplätze gibt es für die rund 11.000 Wandernden, die hier in einer Saison – die drei Monate von Mitte Juni bis Mitte September reicht – übernachten. Hinzu kommen fast noch mal soviel Tagesgäste.







