Etwa eine Woche nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day ergeben sich aus Aussagen von Ermittlern und Medienberichten weitere Hinweise zum Werdegang des 21 Jahre alten Täters.Abdul Ballout, der seit Januar unter die Topgefährder in der Berliner Islamistenszene gerechnet wurde, war Mitte Mai auf Anordnung eines Jugendschöffengerichts aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Sicherheitsbehörden hätten laut dem Vizepräsidenten des Landeskriminalamts, Stefan Redlich, alarmiert auf die bevorstehende Freilassung reagiert. Ballout sei abgehört, fotografiert, teilweise rund um die Uhr beschattet worden. Nichts dabei sei auffällig gewesen, sagte Redlich am Mittwoch vor dem Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.Auch als der mutmaßliche Terrorist am Samstagabend gegen 21 Uhr das Haus verließ, sei er bildlich erfasst worden. Dass er sich in der Zwischenzeit eine Hieb- oder Stichwaffe beschafft und ein Auto besorgt hatte, war den Ermittlern wohl entgangen.Vater soll in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebenZudem wurde bekannt, dass Ballout schon als Grundschüler aggressives Verhalten und psychische Auffälligkeiten attestiert wurden. Er habe Anspruch auf „sonderpädagogische Förderung“ gehabt, heißt es. Früh seien an der Grundschule „Unterstützungs- und Förderbedarfe festgestellt“ worden, so die Berliner Bildungsverwaltung. Die Eltern sollen nicht kooperiert haben, die Schule verließ Ballout nach der neunten Klasse, möglicherweise ohne einen Abschluss.Aus Sicherheitskreisen wird zudem etwa in der „Berliner Morgenpost“ berichtet, der aus dem Libanon stammende Vater lebe in Berlin in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Mutter und Schwestern hingegen praktizierten streng religiös den schiitischen Islam. Ihr Sohn hingegen galt als fanatischer Sunnit und Anhänger des IS, der schiitische Muslime ebenso grausam verfolgt wie queere Personen.Derweil sucht die Berliner Polizei weiter nach der Tatwaffe, mit der Ballout mehrere Personen im Tiergarten attackiert haben soll, nachdem er zuvor mit einem Kleinbus versucht haben soll, möglichst viele Besucher des CSD zu töten. Eine Hundertschaft der Polizei suchte entlang seines wahrscheinlichen Fluchtwegs nach der Waffe, die Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) als Machete bezeichnet hatte.In dem Fahrzeug, das der Attentäter nach aktueller Überzeugung der Ermittler allein gefahren hatte, war eine Scheide für eine Machete gefunden worden. Zudem ein Handy, das Ballout zugeordnet wird, und seine DNA-Spuren. Auf dem Handy haben die Ermittler ein Bekennervideo gefunden.