Hinter der HeadlineDSM-Firmenich schlägt Givaudan, zumindest kurzfristigDer Neuzugang an der Schweizer Börse hat im ersten Halbjahr punkto Wachstum die Nase vorn. Die Aktien schliessen nach dem starken Kursanstieg beinahe den gesamten Bewertungsabschlag, das ist nicht gerechtfertigt.Das Geschäft von DSM-Firmenich brummt. Der Neuzugang an der Schweizer Börse profitierte im zweiten Quartal insbesondere von der starken Nachfrage nach Duftstoffen (Fragrances) und steigerte den Umsatz im fortgeführten Geschäft organisch um 6% auf 4,66 Mrd. €. Auch das positive Margenmomentum soll sich laut dem Management im zweiten Halbjahr fortsetzen. Die bereinigte Betriebsgewinnmarge auf Stufe Ebitda stieg im zweiten Quartal auf 19,5, nach 19,1% im ersten.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Entsprechend sehen die Wachstumsziele von 2 bis 4% für 2026 mittlerweile konservativ aus, wie CEO Dimitri de Vreeze an der Telefonkonferenz für Analysten einräumte. Das schnelle Wachstum im lukrativen Duftstoffgeschäft (+7%, Givaudan +6,5%) stützt auch die Ebitda-Marge, die im laufenden Jahr noch auf 20% steigen soll.Mit den heute vorgelegten Wachstumszahlen übertrumpft der schweizerisch-niederländische Konzern für einmal den grossen Rivalen Givaudan. Das liegt auch daran, dass sich dessen zweitgrösster Geschäftsbereich Geschmack, Konsistenz und Gesundheit stärker erholt hat als erwartet worden war. Dies dank einer guten Nachfrage in den Bereichen Getränke, Backwaren und Milchprodukte.Auch Givaudan kehrte im Aromengeschäft zu positivem Wachstum zurück. Es ist im ersten Halbjahr auf vergleichbarer Basis aber insgesamt nur 3,6% gewachsen, im zweiten Quartal beschleunigte sich auch hier das Wachstum auf 4,3%. An die Profitabilität kommt DSM-Firmenich aber noch nicht heran, Givaudan erzielte auf bereinigter Basis eine Ebitda-Marge von 24,3% – nach mehr als 25% in der Vorjahresperiode. Wobei Sondereffekte den Gewinn unter dem Strich belasteten.Deutlich besser mit Givaudan vergleichbarDSM-Firmenich ist insgesamt deutlich besser mit Givaudan vergleichbar als früher. Das liegt einerseits am Profil: Dank der Fusion mit der Genfer Firmenich im Mai 2023 ist das Unternehmen ins Parfümerie- und Beautygeschäft vorgestossen (P&B, 42% des Umsatzes) und hat die Präsenz in der Schweiz ausgebaut. Anfang 2026 wurde dagegen der Bereich Tiernahrung und -gesundheit (ANH) mehrheitlich an die Private-Equity-Gesellschaft CVC Capital Partners verkauft.Es liegt aber andererseits auch daran, dass der Konzern seit Mai 2026 an der Schweizer Börse kotiert ist. Damit ist er – bei manchen nicht ganz freiwillig – auf dem Radar der hiesigen Investoren aufgetaucht. Von den Researchteams decken jene der Grossbank UBS und der Bank Vontobel die Aktien ab. Vontobel-Analyst Arben Hasanaj zeigte sich vom heutigen Resultat positiv überrascht und hielt fest: «Das Unternehmen hat begonnen, im Bereich Fragrances zum Marktführer Givaudan aufzuschliessen.»Tatsächlich kamen an der Börse die heutigen Zahlen von DSM-Firmenich deutlich besser an, als jene von Givaudan vor einer Woche: Bis am frühen Nachmittag legten sie fast 13% zu. Die Titel von Givaudan waren mehr als 6% eingebrochen. So kommt es, dass die kleinere DSM-Firmenich für einmal die grössere Branchennachbarin mitzieht.Insgesamt bleibt Givaudan aber in der Führungsposition. Das liegt auch an der hervorragenden Rentabilität. Die Rendite auf das investierte Kapital (Return on invested capital, ROIC) lag in den letzten zwei Jahren über 12%. Hier hat DSM-Firmenich nach dem Umbau der letzten Jahre noch einiges aufzuholen; der ROIC liegt seit der Fusion von DSM und Firmenich im Jahr 2023 nur knapp im Plus. Zudem braucht das klassische DSM-Geschäft grosse Produktionsanlagen, bindet mehr Kapital im Umlaufvermögen und bietet weniger Preissetzungsmacht.Auch Givaudan hätte eine höhere Bewertung verdientNach dem heutigen Kurssprung haben die Aktien von DSM-Firmenich den Bewertungsabstand beinahe geschlossen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit 27 basierend auf dem für das laufende Geschäftsjahr geschätzten Gewinn nur leicht hinter jenem von Givaudan (28). Wobei die Analysten ihre Gewinnschätzungen in den kommenden Tagen wohl noch etwas erhöhen dürften.Dass DSM-Firmenich höher bewertet ist als in den vergangenen zwölf Monaten ist angesichts der verbesserten Unternehmensqualität und des wiedergewonnen Wachstumsmomentums gerechtfertigt. Aus Sicht von The Market wurde aber auch Givaudan zu stark abgestraft. Die Genfer haben sich im Vergleich zum Branchennachbar ambitionierte Wachstumsziele für 2026 gesteckt. Und angesichts ihres Vorsprungs mit Blick auf die Profitabilität und die Rentabilität hätte sie eine höhere Bewertung durchaus verdient.
DSM-Firmenich wächst überraschend schnell, die Aktien springen hoch
Der Neuzugang an der Schweizer Börse hat im ersten Halbjahr punkto Wachstum die Nase gegenüber Givaudan vorn.






