Corona-Impfstoffe wurden lange als „sicher und wirksam“ dargestellt; in Deutschland bezeichnete sie der damalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeitweise auch als „mehr oder weniger nebenwirkungsfrei“. Später wurden Nebenwirkungen bekannt, ihr vollständiges Ausmaß ist bis heute nicht abschließend geklärt.Für Aufmerksamkeit sorgt derweil ein umfangreicher Dokumentensatz aus dem Umfeld des amerikanischen Immunologen Anthony Fauci. Der republikanische Senator Rand Paul hat in der vergangenen Woche mehr als tausend Seiten bislang nicht zugänglicher Unterlagen veröffentlicht. Daraus geht unter anderem hervor, dass frühe interne Diskussionen zur mRNA-Technologie auch offene Fragen beinhalteten.

Was war intern über die Corona-Impfstoffe bekannt?

Am 8. Februar 2021 schrieb der Immunologe Drew Weissman, der 2023 für die Mitentwicklung der Technologie den Nobelpreis für Medizin erhielt, eine E-Mail an Anthony Fauci. „Ich wollte Sie auf einige neue Daten aufmerksam machen, die wir generiert haben“, schrieb Weissman an den langjährigen Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID).

Wie die australische Journalistin Maryanne Demasi unter Berufung auf diese Unterlagen berichtet, erklärte Weissman, dass mRNA-Lipidnanopartikel (LNPs) – also Fettpartikel, die mRNA umhüllen und in Zellen transportieren – in Tierversuchen bestimmte Effekte zeigten. Bei trächtigen Mäusen hätten die Partikel demnach die Plazenta überwunden, seien in den Fötus gelangt, hätten dort virale Proteine produziert und eine Immunreaktion im Fruchtwasser ausgelöst.