Von wegen unberührter Regenwald: Archäologen sind in Südamerika auf die Überreste einer bisher unbekannten Kultur gestoßen. Millionen Menschen dürften vor etwa 2000 Jahren dort gelebt haben.

30.07.2026, 13.24 Uhr

Lidar-Aufnahme der Erdoberfläche in Acre, Brasilien: Die auffälligen Linien gehören zu einem uralten Erdwerk

Kaum eine Region gilt als so abgelegen wie der Amazonas. Doch neue Untersuchungen zeigen, dass das Gebiet einst offenbar viel dichter besiedelt war als heute. Ein Forschungsteam hat im Westen des Amazonasbeckens Hunderte Überreste einer untergegangenen Kultur entdeckt, darunter Erdhügel, Gräben und Dämme – viele bilden auffällige geometrische Muster.

Die sogenannten Geoglyphen sind oft mehrere Hektar groß. Eine misst gar fast 50 Hektar, umgerechnet eine halbe Million Quadratmeter.Sichtbar per LaserEin Team um den finnischen Archäologen Martti Pärssinen von der Universität Helsinki hatte die Gegend im heutigen Brasilien mit dem Lidar-Verfahren untersucht, bei dem Laser von Flugzeugen aus die Erdoberfläche abtasten. Dadurch werden selbst Strukturen sichtbar, die von Pflanzen überwuchert sind und die ohne die Technik im Verborgenen bleiben würden. Bei mehreren jeweils etwa 450 Kilometer langen Flügen stießen die Forschenden auf mehr als 430 auffällige Erdstrukturen, von denen die weitaus meisten – knapp 400 – bisher unbekannt waren.