Christopher Nolans Filmepos „Die Odyssee“ füllt nicht nur die Kinokassen. Die kleine italienische Insel Favignana, einer der Hauptdrehorte der Hollywoodproduktion, stellt sich auf einen Touristenboom ein. Auf Umsätze von mehr als 250 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren belaufen sich die Schätzungen der Branche. Das wäre fast doppelt so viel, wie „The White Lotus“ Taormina bescherte.Schon der „Vorschuss“ war beträchtlich: Während der Dreharbeiten wurden auf der größten Ägadischen Insel, die westlich von Sizilien liegt, rund zehn Millionen Euro ausgegeben – für Häuser, Restaurants, Dienstleistungen, Arbeitskräfte.Ein örtlicher Reiseveranstalter hat eine Tour aufgelegt, die die Besucher „auf den Spuren von Odysseus“ begleitet: in die Cala Rossa, an den Strand, wo Matt Damon als Odysseus an Land geht, auf das Castello di Santa Caterina, die historische Festung auf der höchsten Erhebung (314 Meter) der Insel, die als Odysseus’ Zuhause in Ithaka dient, in die Cala del Bue Marino, in der mit künstlichem Nebel der große Sturm inszeniert wurde, und in den Tuffsteinbruch, der die Höhle in der Klippe auf der Insel der Kalypso abgibt.„Schon vor dem Kinostart“, so berichtet Bürgermeister Giuseppe Pagoto, „erhielten wir Anfragen von amerikanischen und asiatischen Reiseveranstaltern.“ Umweltschutzverbände, die während der Dreharbeiten die Filmbauten in den geschützten Küstengebieten kritisiert hatten, warnen. „Eines der letzten Paradiese Italiens ist in Gefahr.“
Favignana: Touristenboom durch „Odyssee“
Der neue Film von Christopher Nolan wurde zu großen Teilen auf Favignana gedreht. Nun stellt sich die italienische Insel auf einen Touristenboom ein – und Umweltverbände warnen.











