Es ist eine Bewegung, die fast jeder macht, und sie ist falsch. Die Wespe kreist über dem Milchkaffee, man pustet sie weg.Für das Tier ist das Kohlendioxid im Atem ein Alarmsignal. Aus Neugier wird Verteidigung, aus Verteidigung ein Stich.Berlin erlebt an diesem Donnerstag einen der heißesten Tage des Sommers, bis zu 37 Grad sind angesagt. Und mit der Hitze dreht die Wespensaison in ihre unangenehmste Phase.Was im Mai noch ein walnussgroßer Bau einer einzelnen Königin war, ist Ende Juli ein Volk mit mehreren tausend Tieren, das jeden Tag Nahrung braucht.

Warum 2026 ein starkes Wespenjahr wird

Über den Erfolg eines Wespenvolkes entscheidet das Frühjahr. Nur die Königin überwintert, sie gründet das Nest allein und versorgt die erste Brut selbst. Ein kaltes, nasses Frühjahr lässt viele dieser Gründungen scheitern.2026 war das Gegenteil davon. Mild, warm, trocken – Bedingungen, unter denen auffällig viele Nester durchkommen.Der Grazer Biologe Gernot Kunz verweist darauf, dass warme Frühjahre die Königinnen früher mit Nestbau und Eiablage beginnen lassen. Bleibt der Sommer warm und eher trocken, entwickeln sich die Völker entsprechend gut.Berlin verstärkt diesen Effekt. Die Stadt ist eine Wärmeinsel, Altbaudächer, Rollladenkästen und Mauerhohlräume liefern trockene, geschützte Nistplätze, und die Dichte an Freisitzen, Kleingärten und Freibädern sorgt dafür, dass Wespen und Menschen sich ständig über den Weg fliegen.