Stand: 30.07.2026 • 10:24 Uhr

Nach dem Anschlag auf den CSD hat die Regierung ein Versprechen wiederholt: mehr Abschiebungen - vor allem von Straftätern. Doch diese Woche wurde erstmals auch ein Mensch nach Afghanistan abgeschoben, der nicht straffällig geworden war.

Von Luc Oeppert, Arezao Naiby und Herbert Kordes, WDR

Flughafen Leipzig/Halle, Dienstagnacht: 48 Stunden nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin rollt ein Airbus A320 zum Start in Richtung Afghanistan. Ein Abschiebeflug, an Bord sind 30 Straftäter. Und dazu wohl erstmals ein Afghane, der in Deutschland gar nicht straffällig geworden ist.

Innenminister Alexander Dobrindt verwies dazu auf den Koalitionsvertrag und bekräftigte, dass "auch ausreisepflichtige Personen für Abschiebungen infrage kommen, wenn es keine Integrationsleistungen in Deutschland gibt". Viele, eigentlich ausreisepflichtige Personen aus Afghanistan, werden derzeit in Deutschland geduldet, auch wenn ihr Antrag auf Asyl abgelehnt wurde. Und seit Monaten arbeitete die Bundesregierung daran, mehr von ihnen nach Afghanistan abschieben zu können. Dazu gehören Vereinbarungen mit den Taliban und die Zulassung von Vertretern der Islamisten in afghanischen Auslandsvertretungen in Deutschland.