Absatzprobleme auf dem chinesischen Automarkt, ein schärferer Wettbewerb vor allem in Asien und die Folgen des Iran-Kriegs machen dem Autobauer BMW schwer zu schaffen. Die Münchner meldeten am Donnerstag einen Gewinneinbruch um gut ein Drittel auf 1,2 Milliarden Euro.„Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu“, sagte der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic. „Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen.“Er kündigte an, nach dem Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen in Deutschland den Sparkurs zu verschärfen. Die Organisation und die Prozesse sollten neu gestaltet werden, sagte Nedeljkovic. „Damit richten wir das Unternehmen auf die sich verschärfenden Rahmenbedingungen der kommenden Jahre aus.“ Finanzchef Walter Mertl sagte, Impulse bringe unter anderem der Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.Der Wettbewerb hat sich im globalen Automobilmarkt spürbar verschärft.Walter Mertl, BMW-Finanzchef Der Umsatz sank im Frühjahrsquartal um 7,9 Prozent auf knapp 31,3 Milliarden Euro und damit stärker als vom Unternehmen befragte Analysten erwartet hatten. Die für BMW wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft sank auf 2,3 Prozent. „Der Wettbewerb hat sich im globalen Automobilmarkt spürbar verschärft“, sagte Mertl. Angeführt werden die Probleme von China, wo der Automarkt insgesamt zuletzt eingebrochen ist und wo BMW fast ein Drittel weniger Autos absetzte als im Vorjahr.Die Probleme dort schlagen sich unmittelbar in den BMW-Zahlen nieder, weil die Münchner erst vor wenigen Jahren die Mehrheit an ihrem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen übernommen haben und die Ergebnisse deswegen im Autogeschäft verbuchen, anders als die Konkurrenten VW und Mercedes. BMW verkauft derzeit in der Volksrepublik fast nur Verbrennerfahrzeuge, dort ist der Absatz aber wegen der stark gestiegenen Treibstoffpreise unter Druck.Besser läuft es für die Münchner dagegen in den USA und in Europa, wo vor allem die Elektroautos der Neuen Klasse gefragt sind. Beim ersten Modell, dem SUV iX3 aus Debrecen, nähere sich die Zahl der Bestellungen der Marke von 100.000 Fahrzeugen, und auch die in München gebaute Limousine i3 treffe nach Beginn der vorgezogenen Bestellphase auf eine hohe Nachfrage. Inzwischen ist fast jeder dritte in Europa verkaufte BMW ein Elektroauto.An der erst im Juni gesenkten Prognose hält BMW fest. Statt eines moderaten Dämpfers sagen die Münchner für das Gesamtjahr einen Rückgang des Vorsteuergewinns um mehr als 15 Prozent voraus. Die für das Unternehmen wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft soll bei gerade einmal einem bis drei Prozent liegen. (Reuters)
Krise der Autoindustrie: Gewinn von BMW bricht um mehr als ein Drittel ein
Das Unternehmen aus Bayern verdient im zweiten Quartal nach Steuern nur noch 1,2 Milliarden Euro. Das waren 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Konzernspitze nennt Gründe.












