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Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihr gesamtes Jahreseinkommen vorab auf einem Konto liegen. Zwölf Monate lang müsste dieses Geld reichen – für Miete, Einkäufe, den gelegentlichen Restaurantbesuch. Doch bereits am 30. Juli ist das Konto leer. Aufgebraucht binnen sieben Monaten, verprasst für Designerklamotten, Sterne-Restaurants und das eine Luxushotel am Strand. Ab jetzt geht es in die Miesen – für den Rest des Jahres leben Sie auf Pump.Genau diese Situation beschreibt der jährliche »Erdüberlastungstag« – nur eben nicht für ein einzelnes Konto, sondern für den ganzen Planeten. An diesem Donnerstag hat die Menschheit rechnerisch bereits das jährliche Budget an biologischen und ökologischen Ressourcen (etwa Fischbestände, landwirtschaftliche Flächen, CO2-Aufnahme) aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann.
Neu produzieren statt recyceln: Überkonsum killt den Planeten
Das hat die Non-Profit-Organisation Global Footprint Network errechnet. Sie ermittelt seit 2006 das Datum, an dem das Rohstoff-Konto der Welt leer ist. Die Datenreihe reicht bis Anfang der Siebzigerjahre zurück – dem Zeitpunkt, als die Menschheit erstmals mehr Ressourcen verbraucht hat, als die Erde in einem Jahr »verdauen« kann. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der »Erdüberlastungstag« deutlich nach vorn verschoben, auf immer frühere Kalenderdaten. Ein Zeichen dafür, dass die Übernutzung der Erde in dieser Zeit tendenziell zugenommen hat. So lag das errechnete Datum im Jahr 1972 noch beim 10. Dezember, 1990 war es Mitte Oktober und 2017 schon Anfang August.










