Die Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU) hält an ihren Plänen fest, die Pachten für Windenergieflächen zu begrenzen. Nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) würde das den Bau neuer Windräder günstiger machen und den Staat bei der Förderung entlasten.„Eine Begrenzung der Pachtkosten bietet weiterhin ein erhebliches Potenzial zur Reduktion der EEG-Förderkosten“, erklärte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage der Berliner Zeitung. Dadurch könnten die Kosten einzelner Windenergieprojekte und damit auch der staatliche Förderbedarf für Windkraft spürbar sinken.

Windräder: Wann der Staat höhere Zuschüsse zahlen muss – und letztlich die Stromverbraucher

Nach Angaben des Beratungsunternehmens Windresearch werden inzwischen in Einzelfällen jährliche Pachten von mehr als 400.000 Euro pro Windrad erzielt, berichtete zuvor das Handelsblatt. Vor rund zehn Jahren galten bereits Pachten von 100.000 Euro als Ausnahme. Inzwischen verlangen Grundstückseigentümer nach Angaben mehrerer Marktteilnehmer vereinzelt sogar Umsatzbeteiligungen von bis zu 30 oder 45 Prozent vom Stromumsatz.

Kritiker warnen, dass diese Entwicklung nicht nur einzelne Windparkprojekte verteuert. Die Pachtkosten fließen auch in die Kalkulation der Betreiber ein, die sich in staatlichen Ausschreibungen um die Förderung neuer Windenergieanlagen bewerben.