Iran meldet US-Angriff auf iranische Stadt an der Grenze zum IrakDie US-Armee hat einem iranischen Medienbericht zufolge eine Stadt im Nordwesten Irans an der Grenze zum Irak angegriffen. „Vor wenigen Minuten wurde eine Gegend im Grenzgebiet von Piranschahr durch den amerikanischen Feind mit Luftangriffen attackiert“, meldete das iranische Staatsfernsehen am Mittwoch. Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars einen Behördenvertreter der Provinz West-Aserbaidschan zitiert, der gesagt hatte, dass eine Rakete in einem unbewohnten Gebiet eingeschlagen sei. Es habe keine Opfer gegeben. Iran hatte in der Nacht zum Mittwoch US-Einrichtungen in Jordanien angegriffen. Es war der erste iranische Angriff auf Länder in der Region seit Freitag, als die USA und die Islamische Republik ihre Angriffe vorerst eingestellt hatten. Davor hatten sie sich zwei Wochen lang gegenseitig beschossen. Die USA und Saudi-Arabien flogen in der Nacht ihrerseits nach eigenen Angaben Angriffe auf „terroristische“ Ziele im Irak. Krisensitzung im Irak nach Angriffen von USA und Saudi-ArabienIm Irak hat Ministerpräsident Ali al-Saidi nach den Angriffen der USA und Saudi-Arabiens gegen Iran-treue Milizen eine Krisensitzung des Sicherheitsrats einberufen. Das Treffen in Bagdad solle sich um die Sicherheitslage und die Luftangriffe drehen, berichtete die Staatsagentur INA. Die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF), ein Bündnis aus vorwiegend schiitischen und Iran-treuen Milizen im Irak, meldeten, dass 20 ihrer Kämpfer getötet und 32 weitere verletzt worden seien. Die US-saudischen Luftangriffe hätten in mehreren Teilen des Landes unter anderem Ziele im Raum Bagdad sowie im südlichen Basra und Ninive im Norden getroffen. Dabei seien auch Gebäude, Fahrzeuge und Militärausrüstung beschädigt worden.Iran schlägt Oman Übergangslösung für Straße von Hormus vor Iran schlägt dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Demnach soll die Route in die eine Richtung komplett und die Gegenroute teilweise durch iranische Gewässer verlaufen, sagt Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi im staatlichen Fernsehen. Einen omanischen Vorschlag zur gleichmäßigen Aufteilung der Transitwege lehne Teheran ab, da dieser die Sicherheitsbedenken des Landes nicht ausräume, solange keine langfristige regionale Stabilität erreicht sei. Sollte die Regierung in Maskat den Plan zurückweisen, bleibe die Meerenge geschlossen, fügt er hinzu. Iran habe die Südroute entlang der omanischen Küste nie anerkannt. EU fordert „Täter dieses Angriffs vor Gericht zu stellen“Nach der stundenlangen Befragung zweier französischer Diplomaten in Teheran hat die Europäische Union das Vorgehen der iranischen Sicherheitsbehörden angeprangert. „Die EU verurteilt klar die Aggression gegen zwei Diplomaten der französischen Botschaft in Teheran durch iranische Sicherheitskräfte am 19. Juli“, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Dienstag. Ein solches Vorgehen stelle einen „eklatanten Verstoß“ gegen die Wiener Konventionen dar und „gefährdet die diplomatischen Beziehungen“. Die EU bekundete zudem ihre „Solidarität“ mit Frankreich und forderte den Iran auf, „die Täter dieses Angriffs vor Gericht zu stellen und seinen internationalen Verpflichtungen uneingeschränkt nachzukommen“.Französischen Angaben zufolge waren die beiden Diplomaten unlängst stundenlang festgehalten und befragt worden. Einer von ihnen sei zudem physisch misshandelt worden, erklärte das Außenministerium vergangene Woche in Paris. Außenminister Jean-Noël Barrot sprach von einer „äußerst schwerwiegenden Aktion der Einschüchterung“, die einen „eklatanten Verstoß gegen die diplomatische Immunität“ darstelle. Paris zufolge setzten die beiden Diplomaten „Förderprogramme für die Zivilgesellschaft und insbesondere für iranische Künstler und Wissenschaftler“ um. Irans Außenministerium erklärte dagegen am Montag, es habe den französischen Botschafter aus Protest gegen das Verhalten der Diplomaten einbestellt. Sie hätten sich „unter dem Vorwand von Aktivitäten für die Zivilgesellschaft in die inneren Angelegenheiten des Iran eingemischt“. Iran: Keine Durchfahrt für entschädigte Schiffe Iran weist die Drohung von US-Präsident Donald Trump zurück, die Eigentümer von im Golf beschädigten Schiffen mit eingefrorenen iranischen Geldern zu entschädigen. Vielmehr dürften Schiffe von Unternehmen oder Ländern, die solche Zahlungen erhalten, die Straße von Hormus nicht mehr passieren, erklärt Militärsprecher Ebrahim Solfaghari staatlichen Medien zufolge. Trump lobt Gespräche mit Iran – und droht TeheranUS-Präsident Donald Trump berichtet von guten Gesprächen mit Iran, droht der Führung in Teheran aber zugleich mit weiteren Angriffen, sollte es zu keiner Einigung kommen. In einem Interview mit dem Sender Fox News sagt er, er wolle Attacken auf iranische Brücken und Kraftwerke nach Möglichkeit vermeiden. Wenn es jedoch kein Abkommen gebe, werde er diese Ziele sowie das stark befestigte Tunnelsystem im Berg Kuh-e Kolang – im Englischen Pickaxe Mountain genannt – zerstören. „Wir haben ihre Atomanlagen ausgeschaltet, und wir werden Pickaxe ausschalten müssen, wenn wir kein Abkommen schließen“, sagt Trump. Kreml: Ukraine weitet geographischen Radius ihrer Angriffe aus Russland macht die Ukraine für einen Angriff auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer verantwortlich und erklärt, dass dies als Angriff auf Iran selbst gewertet werden müsste. Die Ukraine weite den geografischen Radius ihrer „terroristischen Angriffe“ aus, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. So habe sie auch die Nord-Stream-Pipelines gesprengt. „Diese Bedrohung muss neutralisiert und definitiv zerstört werden.“ Das iranische Außenministerium hatte den ukrainischen Angriff auf das Schiff am Samstag verurteilt. Ein Besatzungsmitglied sei getötet und ein weiteres verletzt worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, sein Land habe Schiffe beschossen, die für militärische Frachttransporte mit iranischer Beteiligung genutzt worden seien. Kiew bestreitet zudem, für die Nord-Stream-Explosionen verantwortlich zu sein. Russland und Iran sind enge Verbündete. Iran: Führen Gespräche mit Oman und Saudi-Arabien über Straße von Hormus Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat dem iranischen Staatsfernsehen zufolge Gespräche mit seinen omanischen und saudiarabischen Kollegen über die Straße von Hormus geführt. Araghtschi sowie Omans Chefdiplomat Badr al-Busaidi und Saudi-Arabiens Außenminister Faisal bin Farhan hätten in getrennten Telefonaten „die Notwendigkeit betont, die Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsame diplomatische Bemühungen voranzutreiben, um Stabilität in der Region zu schaffen und die durch die aggressiven Handlungen der USA verursachte Unsicherheit in der Straße von Hormus zu beseitigen“, berichtete das Staatsfernsehen am Dienstag. Weitere Hinrichtungen nach Protesten in Iran In Iran sind im Zuge einer Hinrichtungswelle abermals zwei Männer im Zusammenhang mit den Protesten Anfang des Jahres exekutiert worden. Den Männern sei zur Last gelegt worden, bei den Massenprotesten an der Ermordung von Polizeibeamten in der Stadt Isfahan beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Die iranische Justiz hat bis heute mindestens 27 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet. Die Demonstrationen im Winter waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Zusammenhang mit dem Irankrieg wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt. Trump sieht „gute Chance“ für Gesprächslösung mit Iran Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen Iran und den USA hat sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert. Trump sprach von einer „guten Chance“ für eine Einigung mit Teheran – das allerdings direkte Gespräche weiterhin dementierte. Saudi-Arabien meldete unterdessen Drohnenangriffe aus dem Irak.„Wir werden sehen, was passiert“, sagte Trump am Montag an Bord der Air Force One. „Ich denke, es besteht eine gute Chance, dass etwas passieren könnte.“ Sollten die Bemühungen scheitern, würden die USA „zu dem zurückkehren, was wir vor zwei Tagen gemacht haben“, drohte der US-Präsident.Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf Iran hatten Washington und Teheran seit Freitag keine weiteren gegenseitigen Angriffe gemeldet. Iran erklärte seinerseits, seine „Vergeltungsmaßnahmen“ eingestellt zu haben.Trump bekräftigte am Montag, Teheran spreche derzeit mit Washington über ein Abkommen. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei widersprach. Vermittler könnten zwar Botschaften der US-Seite übermitteln, sagte er. „Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.“ Trump: „Entweder es geht schnell oder gar nicht“ Donald Trump hat Iran vor einem Scheitern der laufenden diplomatischen Bemühungen gewarnt. Die USA befänden sich in „sehr tiefgreifenden Gesprächen“ mit der Regierung in Teheran, sagte Trump am Montag dem Nachrichtenportal Axios. Zugleich drohte er mit einem harten militärischen Vorgehen, sollte die Diplomatie keine Früchte tragen. Dafür bleibe nicht viel Zeit: „Entweder es geht schnell oder gar nicht.“ Die USA und Iran hatten ihre direkten militärischen Angriffe am Wochenende überraschend ausgesetzt, um eine diplomatische Beilegung des Konflikts auszuloten.Die Regierung in Teheran wies Darstellungen aus Washington zurück, wonach sie um eine Einigung bettele. Iran habe nicht darum gebeten, die Gespräche mit den USA über eine Beendigung des Krieges fortzusetzen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei. Zwar würden über Vermittler weiterhin Nachrichten ausgetauscht, und Iran habe die Diplomatie nicht aufgegeben. Berichte über ein iranisches Verhandlungsgesuch seien jedoch erfunden. „Das liegt nicht in unserer Natur“, betonte der Sprecher. Saudi-Arabien meldet AngriffeSaudi-Arabien hat nach eigenen Angaben mehrere Drohnen abgefangen und zerstört, die auf Ölanlagen in der Ostprovinz des Landes sowie in der Hauptstadt Riad gezielt haben sollen. Die Angriffe seien von „iranisch unterstützten terroristischen Milizen“ vom irakischen Staatsgebiet aus verübt worden, erklärte der Sprecher des Ministeriums, Turki al-Maliki. Das Königreich behalte sich vor, „zum geeigneten Zeitpunkt und am geeigneten Ort“ zu reagieren. Weitere Angaben zu möglichen Schäden oder Verletzten machte das Ministerium zunächst nicht. Fabian DrahmouneHuthi-Angriffe drosseln Schiffsverkehr im Roten MeerNach Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudische Ölanlagen ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab eingebrochen. Am Sonntag durchquerten nur elf Handelsschiffe die Meerenge an der Küste des Jemen, der niedrigste Stand seit Monaten, wie aus am Montag veröffentlichten Daten des Analysehauses Kpler hervorging. Auch der Verkehr durch die Straße von Hormus blieb am Wochenende gering.Der Schiffsverkehr im Roten Meer wird seit vergangener Woche von den mit Iran verbündeten Huthi behindert. Sie wollen die saudischen Exporte blockieren und weiten damit den Konflikt zwischen den USA und Iran aus, der bereits die Öllieferungen durch die Straße von Hormus beeinträchtigt hat.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
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