»Es darf nicht sein, dass eine überstandene Krebserkrankung Menschen ein Leben lang begleitet und sie bei Versicherungen, Krediten oder im Berufsleben benachteiligt«, sagte SPD-Chef und Finanzminister Klingbeil den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Wer den Krebs besiegt hat, muss auch gesellschaftlich und wirtschaftlich wieder frei nach vorn schauen können.«Bei Klingbeil war 2014 Zungenkrebs festgestellt worden. Schwesig machte 2019 eine Brustkrebserkrankung öffentlich. »Ich weiß, wie schwer die Diagnose und der Kampf gegen Krebs sind. Und wie groß die Erleichterung ist, wenn man sagen kann: Ich habe es überstanden«, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin der Funke Mediengruppe. »Umso bitterer, wenn einem das niemand glaubt. Bei der Bank, bei der Berufswahl, sogar bei einer Adoption muss man eine längst überwundene Krankheit offenlegen. Und zahlt drauf oder wird abgelehnt. Das ist ungerecht«, sagte Schwesig.
»Ein Recht darauf, wieder ganz normal Pläne zu machen«In Deutschland lebten 5,5 Millionen Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden hätten, fügte Schwesig hinzu. »Sie haben ein Recht darauf, wieder ganz normal Pläne zu machen – ein Haus zu kaufen, eine Familie zu gründen. Andere europäische Länder haben das längst geregelt. Dafür brauchen wir ein Gesetz, freiwillige Zusagen reichen nicht.«Eine entsprechende Vorlage von Schwesig und Klingbeil hat das SPD-Präsidium am Montag beschlossen. »Wir als SPD stehen an der Seite derjenigen, die an Krebs erkranken und den Krebs überleben«, heißt es darin. Das Recht auf Vergessenwerden der Erkrankung sei eine Frage der Gerechtigkeit.







