In Iran gibt es immer massivere Proteste in Gefängnissen. Zuletzt hatte sich der Hungerstreik ausgeweitet, inzwischen verweigern laut Menschenrechtsgruppen allein in der größten Haftanstalt des Landes mehr als 1500 Menschen die Nahrung. In Videos war zu sehen, wie sich einige von ihnen den Mund zunähen lassen.
Laut dem »Guardian« eskalierten die Proteste zuletzt, als sechs Häftlinge im Todestrakt des Gefängnis Ghezel Hesar in Einzelhaft verlegt wurden. Videos zeigen Männer, die Schilder mit Aufschriften wie »Nein zu Hinrichtungen« oder »Seid unsere Stimme« hochhalten.In einem der Videos erklärt ein Häftling, dass auch nach sechs Tagen des Hungerstreiks immer noch keine Reaktion der Gefängnisführung gekommen sei. Dann zeigt, der Clip, wie ein anderer Mann ihm mit Nadel und Faden den Mund vernäht.
Nach der Hinrichtung von zwei Männern in Iran hatte auch Amnesty International eine »Eskalation im Einsatz der Todesstrafe« in dem Land angeprangert. Ziel der iranischen Behörden sei es, »abweichende Meinungen zu unterdrücken«, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag.Amnesty befürchtet nach eigenen Angaben, dass mindestens 60 weiteren Menschen in Iran die Todesstrafe droht. Viele andere würden wegen ihrer Teilnahme an den Protesten im Winter verfolgt. Teilweise werden auch angeblich Drogendelikte herangezogen, um Todesurteile auszusprechen.









