Das Urteil ist seit fast fünf Jahren rechtskräftig. Erst jetzt sitzt Franco M. tatsächlich im Gefängnis.Der 69-Jährige hat in den Hügeln südlich von Vicenza ein antikes Amphitheater gebaut und es Touristen als archäologische Sensation verkauft. 40 Euro Eintritt, Funde vom Neolithikum bis in die griechisch-römische Zeit, angeblich das älteste und größte Amphitheater der Welt.Nach seiner Verurteilung war er nach Ventimiglia an die französische Grenze gezogen. Dort ist er seit einigen Monaten inhaftiert, berichtet die Regionalausgabe des Corriere della Sera für Venetien. Sein Anwalt hatte beantragt, die Haft durch eine Bewährungslösung nach italienischem Recht zu ersetzen. Der Antrag wurde abgelehnt.
Anfiteatro Berico: Julius Cäsar und Romeo und Julia inklusive
Die Anlage in Arcugnano ist rund 5000 Quadratmeter groß. Sitzstufen, Säulen, Gipsstatuen, dazu ein ausgehobener See.Dazu lieferte der Betreiber eine Herkunftsgeschichte: Ein Erdrutsch habe das Bauwerk 2005 freigelegt. Historische Verbindungen zu Julius Cäsar und zu Shakespeares „Romeo und Julia“ gehörten ebenfalls zum Programm.Zahlende Besucher kamen über Jahre.
Carabinieri finden moderne Steine statt neolithischer Funde
2016 begannen die Carabinieri mit Überprüfungen, koordiniert von der Staatsanwaltschaft Vicenza. Sie fanden keine antike Struktur.Stattdessen: moderne Steinblöcke, übereinandergesetzt und verfugt, anschließend so behandelt, dass sie alt wirkten. Die Säulen bestanden aus Beton, die Statuen aus Gips.Für den Bau war der Hang gerodet worden. Er steht unter Landschaftsschutz.










