Es gibt Orte in der Landeshauptstadt, die eignen sich perfekt für politische Inszenierungen. Der Schweriner Pfaffenteich gehört zweifellos dazu. Während an gleicher Stelle vor gar nicht allzu langer Zeit noch die CDU um Spitzenkandidat Daniel Peters mit einem Fischbrötchen ihren Wahlkampf einläutete, zog Die Linke nun ganz andere Register. Keine kulinarischen Nettigkeiten, sondern eine Kampagnen-Kampf-Ansage, die sitzt: „Wir treten nach oben.“

Simone Oldenburg - Bildungsministerin, Vize-Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin ihrer Partei - machte am Montag unmissverständlich klar, wohin die Reise der Linken im anstehenden Landtagswahlkampf bis zum 20. September gehen soll. Die Stoßrichtung ist dabei so einfach wie provokant: Armut verschwinde schließlich nicht dadurch, wenn andere noch ärmer seien. Also jenen das Leben schwerer gemacht wird, die ohnehin schon jeden Cent umdrehen müssen.

Zwischen „die da oben“ und Kümmerer-Image

Im beginnenden Wahlkampf will sich Die Linke im Nordosten als unerschütterliche Kraft für das Soziale positionieren. Das Großflächenplakat mit dem Slogan „Wir treten nach oben. Die Linke hilft gegen die da oben“ ist dabei Programm, der Ton dahinter klar: Umverteilung statt sozialer Kälte. Lautstark wird etwa die Wiedereinführung der Vermögensteuer in Deutschland gefordert. Statt Einschnitten bei Verkäuferinnen, Krankenpflegern oder Alleinerziehenden will die Linke das Geld dort holen, wo es ihrer Meinung nach im Überfluss vorhanden ist: bei den Multimillionären.