Herr Hegemann, wenn Sie an einem normalen Sommertag auf Ihr Becken schauen: Wen und was sehen Sie?Viele Menschen, die sich freuen, dass die Sonne scheint und dass sie ihren Tag hier im Freibad verbringen können. Die ganzen Decken sind aufgebaut auf der Wiese, die Familien kommen mit ihren Kühlboxen und sind froh, dass sie sich abkühlen können. Wir hatten ja schon ein paar sehr heiße Tage. Man merkt natürlich ganz klar, wenn Ferien sind, da ist es wesentlich voller. Viele Jugendliche kommen dann schon allein ohne Eltern. Das Publikum ist bunt gemischt. Uns als Betreiber freut es, wenn das Bad ausgelastet ist.So friedlich ist es leider nicht immer. Vor ungefähr vier Wochen gab es einen Vorfall, wo Sie das Bad durch die Polizei haben räumen lassen. Was war da los?Es war wirklich sehr voll gewesen auch an dem Tag und sehr heiß. Zwei Frauen haben sich gestritten, und dann haben sich gleich andere eingemischt. Die Stimmung heizte sich immer mehr auf, und es kam zu einer Rangelei mit Handgreiflichkeiten. Wie man das so kennt, gibt’s dann schnell eine Grüppchenbildung, und die Schaulustigen holen gleich ihre Handys raus. Dann strömen die Massen quer durchs Schwimmbad. Unser Personal ist geschult, die machen auch Deeskalations-Trainings. Aber an dem Tag war es halt so, dass sie das Gefühl hatten, sie kriegen es nicht unter Kontrolle. Da muss man aber auch ganz klar sagen, dass wir so was das erste Mal hatten.
Freibad-Chef über Krawalle: „Es ist nicht unser Job, die Leute zu erziehen“
Freibäder sind ein Spiegel der Gesellschaft. Hier spricht Badchef Swen Hegemann über Krawalle am Beckenrand, Eltern am Handy und bezahlbare Eintrittspreise.








