Freibäder wie das Prinzenbad in Kreuzberg oder das Sommerbad Pankow sind im Hochsommer kein Ort für Zartbesaitete. Hier trifft Sonnenmilch-Idylle auf knallharten Revierkampf. Wer das Drehkreuz passiert, navigiert unweigerlich durch ein Minenfeld aus nassen Handtüchern, rücksichtslosen Sprungturm-Posen und wummernden Bluetooth-Boxen.Wir klären ein für alle Mal, was im Schwimmbad völlig in Ordnung ist und was auf keinen Fall geht – zehn sommerliche Disziplinen im ungeschönten Realitätscheck.

Die Arschbombe: Do, aber mit Anstand

Die perfekt ausgeführte Arschbombe ist jugendliche Lebensfreude in konzentrierter Form: Ich bin hier, ich existiere, das Wasser weiß es jetzt auch. Das massenhafte Verdrängen von Wasser ist eine ehrliche, physikalisch eindrucksvolle Ansage. Für die Leserin am Beckenrand mit Buch und Sonnencreme gleicht dieser plötzliche Tsunami allerdings einem ungebetenen Naturereignis – laut, nass, vollkommen rücksichtslos. Räumliches Feingefühl löst den Konflikt: Im freien Becken hat die Arschbombe nichts verloren, vom Sprungturm mit Blick auf die Auslaufzone hingegen ist sie ein legitimer und würdiger Ausdruck sommerlicher Existenz. Do – mit Verstand.

Vom Beckenrand springen: Lieber nicht