Das Niedrigwasser am Rhein kann Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung drücken. „Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu dämpfen“, sagte der Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Stefan Kooths (57), am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Da viele Experten für die Sommermonate nur ein leichtes Wachstum von maximal 0,2 Prozent erwarten, könnte Europas größte Volkswirtschaft damit in eine Stagnation rutschen.Die anhaltende Trockenheit lässt die Wasserstände des Rhein, der zu den meistbefahrenen Binnenwasserstraßen weltweit gehört, immer weiter sinken. An der wichtigen Engstelle Kaub nahe Koblenz fiel der Pegel am Dienstag auf 30 Zentimeter. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) rechnet bis Freitag mit einem weiteren Rückgang auf etwa 25 Zentimeter – damit würde das im Oktober 2018 markierte Rekordtief erneut erreicht.
„Da die Pegel Anfang August kaum sprunghaft wieder über die kritische Grenze steigen dürften, sollte die Transportleistung auch im kommenden Monat noch einige Zeit durch das Niedrigwasser beeinträchtigt sein“, sagte IfW-Experte Kooths. Über den Rhein werden Rohstoffe wie Getreide, Mineralien, Erze, Kohle und Ölprodukte wie Benzin transportiert.Frachtschiffe können den Rhein nicht voll beladen befahrenDem IfW zufolge lag der Pegel bei Kaub im Juli bislang an 14 Tagen unter dem für die Rheinschifffahrt kritischen Wert von 78 Zentimetern. „Bei konjunktureller Normallage würde dadurch im Juli die Aktivität im Produzierenden Gewerbe um rund 0,8 Prozent gedämpft werden, was für die gesamtwirtschaftliche Leistung auf Monatsbasis eine Einbuße von rund 0,2 Prozent bedeutet“, sagte Kooths. Die derzeit schwache Industriekonjunktur spricht allerdings für etwas geringere Effekte.









