Mercedes will Geschäft mit Militär-Autos intensivierenDer Gewinn der Mercedes-Gruppe ist im zweiten Quartal um mehr als 13 Prozent gestiegen. Von April bis Juni kletterte das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 957 Millionen Euro auf rund 1,09 Milliarden Euro, wie der Stuttgarter Autobauer laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Zuletzt habe der Dax-Konzern vor drei Jahren, im zweiten Quartal 2023, das Konzernergebnis im Vorjahresvergleich gesteigert.Schlechter als für den Gesamtkonzern sieht es für das Kerngeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars aus. Dieses hat laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP im zweiten Quartal deutlich weniger Autos verkauft und 26 Prozent weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Der Absatz ging um knapp acht Prozent auf 417.865 Fahrzeuge zurück, teilte der Stuttgarter Konzern am Dienstag mit. Demnach konnten Steigerungen der Verkaufszahlen in Europa und den USA einen Einbruch in China um 30 Prozent nicht ausgleichen.Mercedes-Chef Ola Källenius sieht den Autohersteller trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds auf Kurs. Er spricht in einer Pressemitteilung des Konzerns von einer beschleunigten Modelloffensive. Der Absatz von elektrischen Mercedes-Pkw ist laut Källenius um mehr als 50 Prozent gestiegen, der Auftragseingang in Europa habe sich im zweiten Quartal mehr als verdoppelt. Mercedes-Benz plant, die Aktivitäten im Sicherheits- und Verteidigungssektor weiter zu intensivieren. Damit will das Unternehmen seiner Verantwortung in einem veränderten Sicherheitsumfeld Rechnung tragen. Mercedes stelle zuverlässige Basisfahrzeuge und Fahrgestelle für spezifische Einsatzanforderungen bereit. Dahinter stecken laut Pressemitteilung 45 Jahre Erfahrung mit modifizierbaren Fahrzeugen für Sicherheits-, Rettungs- und Verteidigungsanwendungen, darunter Mercedes-Benz G-Klasse, Sprinter und Vito. Als ersten Schritt habe Mercedes-Benz eine Absichtserklärung mit dem Münchner Unternehmen Tytan unterzeichnet, um eine mögliche Zusammenarbeit bei fahrzeugbasierten Verteidigungsanwendungen zu prüfen. Dazu zählen ein auf der G-Klasse basierendes System für Drohnenabwehr sowie mobile Drohnenträger und Kommandoeinheiten auf Sprinter-Basis. Urlauber ändern Buchungsverhalten wegen Bränden nichtDie verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien führen der deutschen Reisebranche zufolge bisher nicht zu Umbuchungen in großem Stil. „Wir sehen aktuell keine Änderung des Buchungsverhaltens“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV) am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die in diesem Sommer beliebtesten Flug-Pauschalreiseziele seien die Türkei, Spanien und Griechenland. „Darüber hinaus erfreuen sich auch in diesem Jahr wieder Kreuzfahrten einer besonderen Beliebtheit“, sagte die Sprecherin. Audi kappt Prognose – Finanzchef pocht auf EinsparungenDer Ingolstädter Autobauer Audi kappt nach dem schwächsten ersten Halbjahr seit 2021 seine Prognose. Für das Gesamtjahr sagte die Volkswagen-Tochter am Montag nur noch Erlöse von 58 bis 63 Milliarden Euro voraus, das sind fünf Milliarden Euro weniger als noch im April prognostiziert. Auch die Rendite dürfte mit fünf bis sieben Prozent um einen Prozentpunkt niedriger ausfallen als bislang angenommen. Derzeit ist Audi von dieser Rendite aber noch weit entfernt: Im ersten Halbjahr lag sie lediglich bei 3,8 Prozent.Finanzchef Jürgen Rittersberger sagte, die bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen zeigten zwar Wirkung, reichten aber nicht aus. „Wir müssen in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, wettbewerbsfähiger und effizienter werden, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungsprozesse schneller hinbekommen“, sagte er. Dabei werde es kein Gegeneinander der beiden Standorte Neckarsulm und Ingolstadt geben. „Wir haben Möglichkeiten, an beiden Standorten die Effizienz zu steigern“, sagte Rittersberger. „Wenn alle mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren.“VW-Konzernchef Oliver Blume hatte zuletzt in einem intern veröffentlichten Interview gesagt, dass in Europa Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen abgebaut werden müssten. Bislang könne in den 2030er Jahren keine Werksbelegung für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm bestätigt werden. Derzeit können in Neckarsulm jährlich 225.000 Fahrzeuge gebaut werden, das sind rund 75.000 weniger als noch vor wenigen Jahren. An dem Standort laufen derzeit ausschließlich Verbrennerfahrzeuge vom Band. Laut Rittersberger ist bereits beschlossen, die Nachtschicht in dem Werk zu streichen. „Wir sind kontinuierlich dabei, die Kapazitäten auf die Marktlage anzupassen.“Audi leidet unter der Marktflaute in China und unter den Zöllen von US-Präsident Donald Trump. Mit 29,2 Milliarden Euro erwirtschaftete der Autobauer mit den vier Ringen als Logo im ersten Halbjahr so wenig Umsatz wie in der Corona-Krise 2021 nicht mehr, der Gewinn lag mit 1,1 Milliarden Euro unter dem Strich um 220 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Erwartungen der Unternehmen verbessern sichDie Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli aufgehellt. Der vom Ifo-Institut im München ermittelte Geschäftsklimaindex stieg auf über 86 Punkte und damit etwas stärker als erwartet. Grund dafür sind bessere Erwartungen für die künftige Entwicklung der Geschäfte. Ihre aktuelle Lage schätzen die Unternehmen dagegen schlechter ein. Grund dafür ist der Krieg zwischen den USA und Iran. Dieser hat zu steigenden Ölpreisen und Einschränkungen für den Schiffsverkehr geführt. Langfristig kämpft die deutsche Wirtschaft mit strukturellen Krisen und sinkenden Investitionen. Beispiel dafür ist die Autobranche als einstiger Exportgarant. Sie streicht nun Stellen und diskutiert über die Schließung von Fabriken. Der Volkswirt Marc Schattenberg von der Deutschen Bank sieht die Ifo-Daten als positives Signal für den Start der deutschen Wirtschaft in das dritte Quartal und erwartet für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. „Das Ifo-Geschäftsklima überrascht im Juli positiv und steigt auf den höchsten Stand seit Februar“, sagt Schattenberg. Vor allem die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung dürften den Optimismus vieler Unternehmen gestärkt haben. Ein Wermutstropfen sei die leichte Eintrübung in der Lagebeurteilung. Die jüngste Eskalation im Persischen Golf und der damit verbundene abermalige Anstieg der Öl- und Gaspreise dürften hier laut Schattenberg belastet haben und auch für die nächsten Monate ein Risiko bleiben.Steffen Bilger wird neuer Verkehrsminister Der baden-württembergische Abgeordnete Steffen Bilger soll Nachfolger des bisherigen Bundesverkehrsministers Patrick Schnieder werden. Das teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius laut Nachrichtenagentur dpa am Sonntagabend mit. Schnieder hatte Bundeskanzler Friedrich Merz um Entlassung gebeten. Der Wechsel an der Spitze des Verkehrsressorts ist Teil einer Umbildung der Bundesregierung, die durch den Rücktritt von Jens Spahn ins Rollen gekommen war. Zunächst war nicht klar, wer neuer Verkehrsminister werden soll. Auf den Nachfolger von Schnieder warten mit der maroden Infrastruktur und der verspätungsgeplagten Bahn schwere und dringende Aufgaben. Nvidia und Südkoreas SK Group starten KI-Initiative über 500 Milliarden DollarDer amerikanische KI-Konzern Nvidia und die südkoreanische SK Group haben eine mehr als 500 Milliarden Dollar schwere KI-Initiative für große KI-Rechenzentren und Speicher der nächsten Generation vorgestellt. Die Initiative umfasse eine langfristige Partnerschaft mit SK Hynix, um die Versorgung mit Speicherchips der nächsten Generation für Nvidia zu sichern und gemeinsam Hochleistungsspeicher für KI-Anwendungen zu entwickeln, teilte Nvidia mit.Im Rahmen der Initiative plane SK Telecom zudem den Bau eines zwei Gigawatt starken KI-Rechenzentrums, das mit Nvidias Vera-Rubin-Chips und dem HBM4-Hochleistungsspeicher von SK Hynix betrieben werde. Die erste Anlage solle im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Unabhängig davon wollen Nvidia, Naver und Brookfield das KI-Rechenzentrum von Naver in Südkorea erweitern.Fabian DrahmouneParamount stoppt Warner-Übernahme nach WettbewerbsklagenDer Hollywood-Konzern Paramount setzt den geplanten Kauf des Konkurrenten Warner Brothers nach Wettbewerbsklagen von zwölf US-Bundesstaaten und der Drehbuchautoren-Gewerkschaft vorerst aus. Die mehr als 100 Milliarden Dollar schwere Übernahme soll erst nach einer Entscheidung zu den Klagen oder spätestens am 1. Juni 2027 weiter vorangetrieben werden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Der Rechtsstreit hat auch deshalb Relevanz, weil Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner Brothers gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.Eine Richterin hatte den geplanten Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt, um über die Forderung der demokratisch regierten Bundesstaaten und der Drehbuchautoren nach einer einstweiligen Verfügung gegen den Vollzug der Übernahme zu entscheiden. Dabei signalisierte sie, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Mit der Aussetzung der Übernahme sind die Forderungen nach einer einstweiligen Verfügung vorerst hinfällig. Die separaten Klagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren wurden inzwischen in einem Verfahren zusammengeführt. Trump droht EU: „wird sehr hohen Preis“ für Google-Rekordstrafe zahlenUS-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union wegen einer neuen Wettbewerbsstrafe für den Google-Konzern mit erhöhten Zöllen gedroht. Die EU werde einen „sehr hohen Preis“ für die Rekordbuße von 890 Millionen Euro zahlen, erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er kündigte eine neue Zolluntersuchung gegen die EU an und begründete diese mit dem angeblichen „Ausrauben amerikanischer Unternehmen“ und damit auch der Steuerzahler.Trump schrieb weiter, den Europäern werde „so bald wie möglich ein erheblicher Zoll auferlegt“. Die EU-Kommission hatte die Strafe gegen Google am Donnerstag verhängt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werfen dem Techkonzern unter anderem vor, bei der Anzeige von Google-Suchergebnissen eigene Dienste zu bevorzugen und damit Konkurrenten zu benachteiligen. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Business-Liveticker: Mercedes will Militär-Geschäft intensivieren | FAZ
Auto-Gewinn von Mercedes sinkt +++ Dieselskandal trifft auch Renault +++ Sam Altman: „Wir sind jetzt in der Singularität“ +++ Ifo-Geschäftsklima steigt stärker als erwartet +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.












