In den Weiten des frühen Universums hat das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) extrem kompakte, leuchtende Objekte entdeckt, die in der Forschung als Little Red Dots bezeichnet werden. Diese Entdeckungen aus der Zeit zwischen 13,2 und 12,2 Milliarden Jahren vor unserer Gegenwart wurden bisher zumeist als aktive Schwarze Löcher interpretiert.Anzeige

Ein Forschungsteam um den Astronomen John Chisholm von der University of Texas in Austin präsentiert jetzt eine alternative und tiefergehende Erklärung. Wie in einer in den Astrophysical Journal Letters veröffentlichten Studie zu lesen ist, könnte es sich bei den Entdeckungen um Kugelsternhaufen in ihrer frühesten Entstehungsphase handeln.

Supermassereiche Sterne als Motoren der Little Red Dots

Die typische V-Form des Lichtspektrums dieser fernen Objekte entsteht laut der neuen Analyse durch zwei sich überlagernde Strahlungsquellen innerhalb der Sternhaufen. Der blaue Anteil des Lichts im sogenannten Ruhesystem-UV stammt demnach von einer extrem jungen Sternpopulation, während der rote Anteil im Ruhesystem-optischen Bereich von einem einzelnen supermassereichen Stern im Zentrum erzeugt wird.Anzeige

Solche enorm massereichen Sterne entstehen in den extrem dichten Kernen junger Kugelsternhaufen durch zahllose stellare Verschmelzungen. Sie erreichen dabei mühelos die Masse von zehntausend bis zu einer Million Sonnen und brennen mit einer unvorstellbaren Intensität.