Eine internationale Forschungsgruppe hat mit dem Weltraumteleskop James Webb womöglich den ersten „Schwarzes-Loch-Stern“ oder „Schwarzloch-Stern“ entdeckt und könnte damit das Rätsel der „kleinen roten Punkte“ („Little Red Dots“) lösen, das die Astronomie seit Jahren umtreibt. Das hat jetzt unter anderem das Institute of Science and Technology Austria öffentlich gemacht. Der Himmelskörper wurde demnach auf MoM-BH*-1 getauft, weil er im Rahmen einer Analyse identifiziert wurde, die unter dem Namen „Mirage or Miracle?“ lief (also „Trugbild oder Wunder“). Er weist demnach deutliche Merkmale auf, die normalerweise mit Sternen in Verbindung gebracht werden. Bislang konnte nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den roten Punkten auch um junge Galaxien handelt.

„Unsere Vorstellung des Objekts ändert sich rasch“, erklärt Forschungsleiter Rohan Naidu von der University of Hawai'i. Im Zentrum verorten sie demnach ein Schwarzes Loch, das auf etwa die millionenfache Masse unserer Sonne kommt. Das darum kreisende Gas erstreckt sich demnach über ein Areal, das so groß ist wie unser gesamtes Sonnensystem. Insgesamt erscheine der Stern deshalb so groß wie das Sonnensystem, gleichzeitig stoße er 100 Milliarden Mal mehr Energie aus, als ein Stern das könnte. Auffällig ist demnach noch der extremste sogenannte Balmer-Sprung, den man bislang gesehen habe. Diese abrupten Helligkeitsänderungen im Spektrum werden mit Prozessen in der Atmosphäre von Sternen in Verbindung gebracht.