Mercedes-Benz baut in Ungarn aus – und in Deutschland ab. Im Werk Kecskemét verdoppelt der Autobauer die jährliche Produktionskapazität von 200.000 auf 400.000 Fahrzeuge. Am Heimatstandort Deutschland hat der Stuttgarter Konzern seine Kapazitäten seit 2024 dagegen um ein Zehntel auf 900.000 Fahrzeuge pro Jahr reduziert.Als ein entscheidender Vorteil Ungarns gelten die deutlich niedrigeren Arbeitskosten: Laut Eurostat kostet eine Arbeitsstunde in der deutschen Industrie durchschnittlich 49,50 Euro, in Ungarn lediglich 15,60 Euro. Zugleich wird dort länger gearbeitet. Im Landesdurchschnitt kommen Beschäftigte in Ungarn laut OECD auf 1676 Arbeitsstunden pro Jahr, in Deutschland sind es lediglich 1332. Mercedes beziffert den gesamten Produktionskostenvorteil Ungarns auf 70 Prozent. Doch ist die Rechnung wirklich so einfach?
Mercedes verlagert nach Ungarn – IG Metall schlägt Alarm
Das Werk in Kecskemét ist weltweit der einzige Mercedes-Standort, dessen Kapazität derzeit ausgebaut wird. Dort laufen unter anderem die neue elektrische C-Klasse und der GLB vom Band. Vor wenigen Monaten verlagerte Mercedes außerdem die Produktion der A-Klasse von Rastatt in Baden-Württemberg nach Ungarn – obwohl das Management ursprünglich geplant hatte, das Einstiegsmodell auslaufen zu lassen. Künftig soll Kecskemét auch für die Fertigung des elektrischen GLC vorbereitet werden. Die Verbrennervariante des meistverkauften Mercedes-Modells wird bislang vor allem im Leitwerk Bremen gebaut.













