Was für ein Jubel! Nach fast sechs Stunden in Bayreuths Festspielhaus tobt ein für das Wagner-Festival ungewöhnlicher Begeisterungssturm los, angereichert mit Getrampel und Bravi-Rufen. Die Dirigentin Nathalie Stutzmann und der Tenor Andreas Schager stehen ganz oben in der Publikumsgunst. Weil sie Aufstieg und Fall des römischen Mittelalter-Politikers Rienzi als hochemotionales Breitklangspektakel lebendig machten, mit sich steigernder Inbrunst, bis alles in der furiosesten Schlusskatastrophe der Operngeschichte explodiert. Richard Wagner hat im Finale des „Rienzi“ sein nicht zu toppendes Meisterstück geliefert in Sachen Zerstörung, Verzweiflung, Lust am Untergang. Das erzeugt in Bayreuth einen Begeisterungsrausch, dem sich niemand im Raum entziehen kann.