Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli um einen Punkt auf 86,6 Punkte gestiegen. Das wichtigste Konjunkturbarometer für die deutsche Wirtschaft hat sich damit den dritten Monat in Folge verbessert, was als Hinweis für einen positiven Trend gilt.Haupttreiber der Entwicklung sind die verbesserten Erwartungen der Unternehmen. Sie blicken deutlich positiver auf ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate als zuvor. „Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch“, kommentierte Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts.Der Ifo-Index basiert auf etwa 9000 monatlichen Meldungen von Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, von Dienstleistern, dem Handel und dem Bau. Die Geschäftserwartungen verbesserten sich in allen befragten Branchen, besonders deutlich fiel der Anstieg in der Industrie aus. Allerdings beurteilten viele Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas pessimistischer als im Vormonat.Konflikt ist wieder eskaliert„Wahrscheinlich haben die Reformen der Bundesregierung die Stimmung in einigen Unternehmen verbessert“, kommentierte Philipp Scheuermeyer, Konjunkturbeobachter der staatlichen KfW. Als weiteren Grund für die verbesserten Erwartungen in den Unternehmen nannten Konjunkturforscher die leichte Entspannung zwischen den Kriegsparteien Iran und USA, die sich zum Zeitpunkt der Befragung abgezeichnet hatte.Allerdings war der Konflikt danach wieder eskaliert, was unter anderem zu einem deutlichen Anstieg des Ölpreises geführt hatte. Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, erklärte deshalb: „Der deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas ist nur bedingt aussagefähig, weil die meisten Unternehmen die Umfrage vor dem massiven Ölpreisanstieg der beiden letzten Wochen beantwortet haben.“Aber zumindest zeige der Anstieg, welches Erholungspotential vorhanden sei, falls sich die USA und Iran einigten und die Straße von Hormus dauerhaft geöffnet würde. „Leider dürfte der Weg zu einer Verständigung jedoch lang und holprig werden, sodass die Konjunktur auch im zweiten Halbjahr unter den hohen Energiepreisen leiden wird“, so Krämer.Industrie meldet bessere DatenInsgesamt fügt sich die verbesserte Stimmung in eine etwas positivere Konjunkturentwicklung der vergangenen Wochen. Die Industrie hatte zuletzt sowohl mehr Aufträge als auch eine angestiegene Produktion vermeldet. Eine Rezession im Sommer, die Konjunkturforscher nach dem Ausbruch des Irankriegs befürchtet hatten, ist dadurch weniger wahrscheinlich geworden.Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent zum Vorquartal gewachsen, auf Jahressicht rechnen die Fachleute mit einem Zuwachs um etwas weniger als ein Prozent. Einem stärkeren Wachstum stehen die weiterhin verhaltenen Investitionen der Unternehmen im Wege – lediglich die staatlichen Investitionen entwickeln sich wegen der großen Ausgabenprogramme der Regierung aktuell positiv.
Ifo-Geschäftsklimaindex: Lichtblick für deutsche Wirtschaft
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum dritten Mal in Folge verbessert, zeigt der Ifo-Geschäftsklimaindex. Allerdings sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen.










