Heftige, außer Kontrolle geratene Waldbrände – das ist längst kein Thema von Australien oder Kalifornien. Auch in Frankreich, Spanien und Italien wüten gerade die Flammen, und das nicht zum ersten Mal. In Südeuropa, aber auch in Deutschland sind Waldbrände im Sommer fast zur neuen Normalität geworden.Neu ist daran, dass die Feuer Großstädte bedrohen, dass Hunderttausende Menschen, auch Touristen, evakuiert werden müssen. Dass einzelne Feuer gleichzeitig flackern, sich vereinen und zu unbeherrschbaren Feuersbrünsten werden.Warum Brände sich ausbreitenWarum das so ist? Waldbrände sind nicht monokausal zu erklären. Wie bei Bordeaux kommen verschiedene Faktoren in Europa zusammen: Der Klimawandel sorgt dafür, dass der Frühling früher beginnt – also die Kraut- und Buschschicht mehr Zeit hat, zu wachsen. Die Sommer werden heißer und trockener, Gras und Gestrüpp verdorren.Ein Strandbesucher spaziert am Strand von Moutchic in Lacanau im Südwesten Frankreichs am Etang de Lacanau entlang, während Rauchwolken von einem Waldbrand in den Himmel aufsteigen.dpaEin Funke reicht, und schon brennen sie wie Zunder. Wälder und Felder können mancherorts entflammen, weil Menschen in Städte ziehen, Äcker brach liegen und verbuschen, keine Rinder, Ziegen und Schafe das Gras kurz halten. Aus Funken werden Brände, weil Forste aufgegeben und nicht mehr gepflegt werden. Je mehr trockene, pflanzliche Biomasse es gibt, umso größer ist das Risiko, dass ein Funke zum Feuer wird.Brände an sich sind nicht unbedingt schlimm. Aber sie breiten sich aus, wenn die Feuerüberwachung in einsamen Regionen nicht gut genug ist, wenn Brandschneisen nicht sauber gehalten und wenn Landschaftspflege zugunsten von Naturschutzgebieten zurückgefahren wurde. Sie breiten sich auch aus, wenn Monokulturen aus leicht entflammbaren Baumarten angebaut werden.Es muss ein Feuermanagement herUnd wenn es erst einmal brennt, dann haben die Flammen leichteres Spiel, wenn Feuerwehren zu wenig Personal haben und mit zu wenig Maschinen ausgestattet sind, Löschflugzeuge nicht gewartet oder erst gar nicht vorhanden sind.Im vergangenen Jahr wüteten die Brände vor allem auf der Iberischen Halbinsel, ein Prozent der gesamten Landfläche war zum Ende der Feuersaison verkohlt. Gerade kämpfen die Feuerwehrleute gegen die Brände bei Madrid und Bordeaux. Europa ist, blickt man auf die Langzeitauswertungen, im Zeitalter der Dürren angekommen – und damit auch der Ära des Feuers.Was dagegen hilft? Sicherlich nicht, das Wachsen von Biomasse zu verhindern: Gerade Wälder und Naturschutzgebiete sind in der Ära der Hitze wichtige Reservoirs für Feuchtigkeit, sie sind Kühlkammern, unverzichtbar für Mensch und Tier. Aber es muss ein Feuermanagement her, lokal angepasst und gut ausgestattet.Und natürlich muss auch etwas gegen die wahre Ursache der Brände getan werden: Wenn der Klimawandel ungebremst und beschleunigt voranschreiten darf, wenn Klimaschutz zurückgefahren wird, dann haben Flammen ein leichtes Spiel.
Waldbrände in Frankreich und Spanien: Europa ist in der Ära des Feuers angekommen
Von Bordeaux bis Madrid fressen sich die Flammen an die Großstädte heran. Die Dürre liefert den Auslöser – doch verödete Äcker und fehlendes Feuermanagement machen die Flammen erst unbeherrschbar.












