Im Südwesten Frankreichs versucht die Feuerwehr unter Hochdruck, die Waldbrände bei Bordeaux unter Kontrolle zu bringen. Die ganze Nacht auf Montag hindurch kämpften die Einsatzkräfte gegen das Flammenmeer. „Das ist ein so großer Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat“, sagte der Bürgermeister des Vororts Cestas, Jerome Steffe.Immerhin ist die Zahl der Brandherde in der Region am Montag im Vergleich zum Vortag zurückgegangen, sagte die Feuerwehr.Aus dem Gebiet mussten bereits Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden, darunter zahlreiche Touristen, die dort ihren Urlaub verbringen wollten. Im Laufe des Tages sollte sich auch das Kabinett mit der Lage befassen. Der Brand hat bisher eine Fläche von 42.000 Hektar verwüstet, das entspricht knapp der Hälfte der Größe Berlins.Die Brände waren vergangene Woche an der nur wenige Kilometer entfernten Atlantikküste ausgebrochen. Aber auch in anderen Gegenden Frankreichs tobten Brände, begünstigt durch Winde und extreme Trockenheit infolge von Hitzewellen. Im Laufe der Woche werden in Bordeaux erneut Temperaturen von bis zu 37 Grad erwartet. Insgesamt mussten in Frankreich etwa 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Erste Evakuierte in Spanien sollen zurückkommen dürfen Bei der Bekämpfung der Waldbrände in der Nähe von Madrid zeichnen sich dagegen erste Fortschritte ab: Am Montag sollten die ersten Evakuierten zurückkehren können, wie ein Regierungsvertreter der Region Madrid in der Nacht zum Montag sagte.Demnach sei geplant, einen Campingplatz in El Escorial westlich von Madrid wieder zu eröffnen, aus dem 4500 Menschen evakuiert worden waren. Zudem sollten Bewohner eines Seniorenheims im ebenfalls westlich von Madrid gelegenen San Martín de Valdeiglesias wieder zurückkehren können.Die Behörden betonten jedoch, dass die Sicherheitsbedingungen erfüllt sein müssten. Nach Angaben der Regionalregierung ist das Feuer aber nach wie vor nicht unter Kontrolle. Wegen der beispiellosen Brände in der Umgebung der Hauptstadt sowie nahe der Stadt Valencia im Osten des Landes mussten insgesamt 75.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsamFernando Grande-Marlask, spanischer InnenministerInnenminister Fernando Grande-Marlaska warnte vor verfrühtem Optimismus. „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam“, sagte Grande-Marlaska vor Journalisten. Allein das Feuer in der Provinz Ávila, das seit Tagen weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, habe nach Schätzungen bereits 47.000 Hektar erfasst, so der Minister. Damit wäre es der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens, wie unter anderem der staatliche TV-Sender RTVE hervorhob.Der Brand in Ávila wurde nach ersten Erkenntnissen der zuständigen Behörden vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Nach Medienberichten wurde dort ein Mann unter dem Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung festgenommen. Er soll trotz eines wegen der Hitzewelle geltenden Verbots schweres Gerät benutzt und dadurch das Feuer ausgelöst haben. Fläche von 65.000 Fußballfeldern vom Feuer erfasst Die Rettungskräfte der Region Madrid bezeichneten die Nacht zum Montag im Onlinedienst X als „intensiv“. Sie rechneten im Laufe des Tages mit Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 Kilometern pro Stunde, welche die Löscharbeiten erschweren würden.Die in Ávila vom Feuer erfasste Fläche entspricht etwa 65.000 Fußballfeldern. Sollten sich die vorläufigen amtlichen Schätzungen bestätigen, wäre der Brand der größte seit Beginn der Erfassungen durch die Zentralregierung im Jahr 1968. Bisher galt das Feuer von Larouco im Jahr 2025 mit knapp 38.000 zerstörten Hektar in den Regionen Galicien und Kastilien und León als das größte im beliebten Urlaubsland. Ein Hubschrauber bei den Löscharbeiten des Waldbrands in Betxi, Castellon. © dpa/Carme Ripollés Neben dem Feuer in Ávila bereiten derzeit vor allem auch Waldbrände in der Sierra Oeste im Westen der sogenannten Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in der Provinz Toledo südwestlich der Hauptstadt Sorgen. Zusammen haben diese drei Brände rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet.Die Zentralregierung rief für diese Regionen den Notstand aus, um schneller Mittel mobilisieren zu können. Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind inzwischen bei den Bränden in Madrid und in den angrenzenden Provinzen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben.Die Gesamtzahl der dort von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen betroffenen Menschen wurde vom Innenministerium in Madrid zuletzt auf rund 90.000 beziffert. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft und sprachen den Betroffenen Mut zu.In der Provinz Castellón im Osten des Landes lodert außerdem seit Samstag ein weiteres größeres Feuer, das bereits 6.500 Hektar zerstört hat. Dort wurden rund 16.000 Menschen aus verschiedenen Ortschaften evakuiert. (Reuters, dpa, AFP)Korrektur: In der Überschrift war zwischenzeitlich von Bränden „in“ Bordeaux die Rede, es muss aber „bei“ Bordeaux heißen.
„Ein Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat“: Feuer bei Bordeaux noch außer Kontrolle – Spanien meldet erste Fortschritte
Die Lage in Frankreich und Spanien ist weiterhin ernst. In der Nähe von Bordeaux mussten Tausende Menschen wegen Waldbränden evakuiert werden. In Spanien sollen erste Bewohner zurückkehren dürfen.











