PfadnavigationHomekmpktErziehungDein Kind kriegt im Urlaub kein Auge zu? So bekommst du Schlafprobleme in den Griff!Stand: 10:51 UhrLesedauer: 5 MinutenFremdes Bett, andere Umgebung – der Familienurlaub kann den Schlaf der Kleinen ganz schön durcheinander bringenQuelle: Getty Images/MaskotWenn Kinder während des Urlaubs in fremder Umgebung nicht einschlafen können, wird die Nacht für alle lang. Neue Eindrücke und Abläufe können überfordernd wirken. Doch diese Tipps können helfen.Ist Familienurlaub wirklich Urlaub? Wer mit Nachwuchs unterwegs ist, entwickelt daran schnell Zweifel: Die Interessen von Kindern und Erwachsenen gehen schnell auseinander, die Planung sorgt für Stress – und die Erholung nach einem Urlaubstag ist auch nicht zwingend gegeben.Denn vielen Kindern fällt es schwerer, in einer ungewohnten Umgebung zur Ruhe zu kommen. In einem fremden Bett einzuschlafen und die neuen Eindrücke zu verarbeiten, ist für sie herausfordernd. Was ihnen und den Eltern helfen kann, haben wir mit Tipps von verschiedenen Experten zusammengetragen. Doch zuerst interessiert uns, wie es eigentlich bei Dir aussieht:Dass Babys und Kleinkinder schon früh durchschlafen, ist ein Mythos. Der normale Schlaf-Wach-Rhythmus stellt sich üblicherweise innerhalb des ersten Lebensjahres ein, doch auch das nicht immer. In diesem Alter verläuft die Entwicklung der Kleinen rasant. Vor allem im Schlaf verarbeiten sie ihre Erlebnisse. Tiefschlafphasen sind kurz.Zudem ist das Ein- und Durchschlafen etwas, das stark von festen Routinen abhängig ist. Durch diese erwerben Kinder allmählich die Fähigkeit der Selbstregulation und können ruhig in den Schlaf finden, ohne Angst zu haben, dass ihnen etwas ohne Bezugsperson zustößt. Doch bis es so weit ist, ist es ein langer Weg. Gerade deswegen ist der Schlaf von Kleinkindern und Kindern ein sensibles Konstrukt – bereits kleinste Abweichungen vom Alltag können ihn stören.Lesen Sie auchGenau das kann im Urlaub schnell passieren – und schon will die Zweijährige im Italien-Urlaub auf keinen Fall Mittagsschlaf machen oder schon um 19 Uhr ins Bett gehen. Dieser Zustand setzt vielen Familien zu, wie eine repräsentative Umfrage von YouGov unter 1.044 Eltern mit Kindern im Alter zwischen null und zehn Jahren im Auftrag des Unternehmens Tonies belegt, die WELT vorliegt. Rund die Hälfte der Eltern empfindet Urlaube als schlaftechnisch anstrengender als den Alltag.Über 50 Prozent der Befragten berichten, dass der veränderte Alltag im Urlaub den Schlaf ihrer Kinder negativ beeinflusst. Fast 57 Prozent geben an, dass Schlafprobleme sich direkt auf die Stimmung der gesamten Familie auswirken. Um gegenzusteuern, halten etwa 65 Prozent der Eltern auch im Urlaub an etablierten Routinen von zu Hause fest, wie Geschichten vorlesen oder gemeinsames Kuscheln. Rund 70 Prozent der Eltern geben an, dass ihre Kinder nach intensiven Erlebnissen im Urlaub Unterstützung benötigen, um zur Ruhe zu kommen.Ebenso wie man auf Reisen Raum für neue Erfahrungen und Erlebnisse lässt, kann es helfen, genauso flexibel zu sein, wenn es um die Zubettgehzeiten von Kindern unterwegs geht. Das rät zumindest der Psychologie-Professor Michael Perlis, der das verhaltenstherapeutische Schlafprogramm des US-amerikanischen Instituts AACSM leitet. „Ganz gleich, wie gut man sich vorbereitet – im Urlaub ändern sich die Schlafgewohnheiten aufgrund der Aktivitäten am Tag und in der Nacht sowie aufgrund der Aufregung der Kinder, im Urlaub zu sein. Wenn sie im Urlaub ein paar Mal auf den Mittagsschlaf verzichten und länger als gewöhnlich aufbleiben, sind Kinder sehr anpassungsfähig und holen den Schlaf nach, sobald sie wieder zu Hause sind“, sagt er.Ähnliches gilt auch für den Schlafplatz: Selbst wenn es ein eigenes Bettchen oder Kinderzimmer in der Ferienunterkunft gibt, sollten Eltern nachsichtig sein und es zum Beispiel auch mal erlauben, im Elternbett mitzuschlafen oder auf einer Couch, wenn die Kinder das wollen. Der Kinderarzt und Schlafmediziner Craig Canapari hat zudem die Erfahrung gemacht, dass selbst Kinder, die zu Hause keinerlei Schlafprobleme haben, im Urlaub plötzlich doch nachts wach liegen. Das habe nichts mit einem Versagen der Eltern zu tun, wie er in seinem Blog schreibt. Vielmehr liege es einfach daran, dass sonst gewohnte Muster für die Kinder wegbrechen. Deshalb sei es umso wichtiger, etablierte Routinen in ungewohnten Umgebungen zu übernehmen.So gelingt die heimische Schlafroutine auch im Urlaub: 3 Tipps von einer ExpertinWie das klappen kann, weiß die Kinderpsychologin und Schlafberaterin Katharina Meier-Batrakow. Wenn Abläufe klar und wiederkehrend seien, profitierten Kinder und Eltern gleichermaßen. Kinder finden dadurch leichter zur Ruhe, weil sie wissen, was sie erwartet. Gleichzeitig reduziert sich für Eltern der tägliche Abstimmungsaufwand, da Entscheidungen und Verhandlungen rund ums Einschlafen entfallen. „Routinen und Rituale sind im Kern deshalb so wirksam, weil sie über die Zeit zu verlässlichen, emotional bedeutungsvollen Abläufen werden. Genau dadurch muss nicht jeden Abend neu verhandelt werden, der Ablauf ist für alle klar“, erklärt sie.Katharina Meier-Batrakow empfiehlt Eltern, in herausfordernden Phasen vorrangig auf drei Dinge zu achten:Selbst zur Ruhe kommenBewusst einfache und wiedererkennbare Rituale einsetzenDen Anspruch an einen reibungslosen Ablauf reduzierenDabei müssen nicht unbedingt alle Elemente der Einschlafroutine und -begleitung aus dem heimischen Kinderzimmer mitverreisen. Gerade in Phasen der Nicht-Routine, also wenn sie auswärts bei Freunden oder Großeltern schlafen, aber auch im Sommerurlaub, reichen oft schon einzelne vertraute Elemente aus, um Kindern Halt zu geben und Orientierung zu schaffen. Das kann etwa das Lieblingskuscheltier sein, ein Vorleseritual oder das Lieblingshörspiel, das auch auf Reisen mitdarf. Wichtig sei, dass die Kinder vertraute Rituale auch unterwegs wiedererkennen können. Das gibt ihnen Stabilität und hilft, zur Ruhe zu finden.Und so kann auch der Familienurlaub für alle zu einer entspannteren Angelegenheit werden. Auf welche Schlafroutinen verzichtest auch Du selbst im Familienurlaub nicht? Schreib es uns gerne in die Kommentare!Sabine Winkler berichtet als freie Autorin für WELT regelmäßig über Familienthemen, Reisen und Popkultur. Zweimal im Monat erscheint ihr Newsletter „Läuft bei uns – der Familien-Newsletter“, in dem sie über ihr Leben als Mama schreibt.
Dein Kind schläft im Urlaub nicht? Diese 3 Tipps können alles verändern - WELT
Urlaub, aber kein Schlaf – für viele Eltern ist das Realität. Wenn Kinder in fremder Umgebung nicht einschlafen können, wird die Nacht für alle lang. Diese Tipps können helfen.






