Wichtige UpdatesMutmaßlicher Attentäter Abdul B. ist totMerz: „Lassen wir uns nicht einschüchtern!“Polizei gibt bei Verletzten EntwarnungDobrindt spricht von TerroranschlagReaktionen aus Politik und Gesellschaft: Merz und Dobrindt sprechen von „abscheulicher Tat“Vater von Abdul B.: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen“ Tawfik B., der Vater des mutmaßlichen Attentäters, hat sich gegenüber dem Spiegel geäußert. Die Familie sei „nicht extrem religiös“. Sie gehöre der schiitischen Glaubensrichtung an, seine Töchter trügen einen Hidschab (ein Kopftuch, das Haare und meist auch den Hals bedeckt). „Wir unterstützen den Islamischen Staat (IS) nicht“, sagt Tawfik B. Sein Sohn allerdings habe die Sunniten „geliebt“, habe seinem Vater gegenüber aber beteuert, dass er den IS für „schlecht“ halte.Streit gab es nach Angaben des Vaters über die Haare und den Bart des Sohnes. Er habe dem Sohn nicht erlaubt, einen langen Bart zu tragen, sagt Tawfik B. dem Spiegel. Offenbar hielt der Vater dies für ein Anzeichen von Extremismus. Seinen Sohn beschriebt Tawfik B. als „großzügig, emotional, liebevoll“, mit dem „Herz eines Kindes“. Für die Tat hat der Vater nur eine mögliche Erklärung: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.“CSD in Nürnberg findet wie geplant stattDie Veranstalter in Nürnberg halten an ihrem diesjährigen CSD, inklusive der großen Parade am Samstag, 8. August, fest. Der CSD stehe für eine offene, demokratische Gesellschaft, in der jeder Mensch frei und ohne Angst leben könne. Daran halte man fest, teilte der Förderverein Christopher-Street-Day Nürnberg mit. Die Sicherheit aller Teilnehmenden habe höchste Priorität. „Deshalb werden wir in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Stadt Nürnberg und der Polizei die aktuelle Lage erörtern und die bestehenden Sicherheitskonzepte überprüfen.“ Das diesjährige Motto lautet „Nürnberg liebt“. Geplant sind Dutzende Veranstaltungen zu queeren Themen.Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Wochenende angekündigt, die Sicherheitskonzepte für die bevorstehenden Veranstaltungen im Freistaat überprüfen zu lassen. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Bayern gebe es derzeit nicht, die Sicherheitsbehörden seien aber „hellwach und stehen im engen Austausch mit Bund und Ländern“.Luzia GeierTerrorismus-Experte: Strafrecht zu mildeTerrorismus-Experte Peter Neumann vom King's College in London fordert eine Überprüfung des Strafrechts. „Insgesamt ist unser Terrorstrafrecht zu milde“, sagte er im ZDF-„heute journal“. Die Strafen in Deutschland seien im europäischen Vergleich zu kurz. „Und was bei uns noch dazu kommt, ist, dass wir ein Jugendstrafrecht haben, unter das fiel ja auch der mutmaßliche Attentäter.“ Das stelle den erzieherischen Gedanken voran und stelle bei der Abwägung oftmals den Schutz der Öffentlichkeit hinten an. Darüber müsse man „auch noch mal nachdenken“.Deradikalisierungsprogramme könnten funktionieren, wenn sie richtig eingesetzt werden. „In diesem Fall war es ja so, dass das falsch eingesetzt wurde, aber sie können wirksam sein, besonders wenn Leute sich noch auf dem Weg in die Radikalisierung befinden, und deswegen darf man auch da nicht sparen“, sagte Neumann.Auch der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, forderte eine Verschärfung des Strafrechts. „Die Politik darf nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern muss den gesamten Rechtsrahmen überprüfen und aus dem Fall die Konsequenzen ziehen“, sagte der CDU-Politiker dem Stern. „Ein Punkt muss dabei sein, die Möglichkeit zu versagen, im Falle von Gefährdern nach Jugendstrafrecht zu verurteilen.“Luzia GeierVerwunderung über früheren Umgang der Justiz mit Abdul B.Wieso war der mutmaßliche Täter auf freiem Fuß, obwohl er den Behörden bekannt und auch schon verurteilt worden war? Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag in Berlin mehren sich die Forderungen nach Aufklärung und rechtlichen Konsequenzen. „Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) über den mutmaßlichen Täter in der ARD.„In der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen.“Bundesinnenminister Alexander DobrindtDem Sender RTL sagte Dobrindt, „dass man in diesem Maße der Gefährdung, die hier auch vorlag, zu einer Bewährungsstrafe kommt, ist sicherlich nicht nachvollziehbar“.Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit Abdul B. „Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht“, sagte der CDU-Politiker im RBB. „Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte.“Brandenburger Tor leuchtet in RegenbogenfarbenNach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist das Brandenburger Tor in den Regenbogenfarben angeleuchtet worden. Die Farben gelten als Symbol der queeren Szene und stehen für Vielfalt und Toleranz. Sie sind seit Sonnenuntergang an das Wahrzeichen in Berlins Mitte projiziert. Dazu der Spruch „Berlin, Stadt der Freiheit“.Dobrindt: Nach Tod von CSD-Verdächtigem keine akute Gefahr mehrBundesinnenminister Alexander Dobrindt geht davon aus, dass aktuell keine weitere Gefahr besteht, nachdem der Tatverdächtige des Anschlags auf den CSD bei einem Einsatz der Polizei erschossen wurde. „Es gibt weitere Maßnahmen, aber wir gehen jetzt aktuell von keiner weiteren Gefährdung aus. Aber das ist alles immer eher eine Momentaufnahme“, sagte der CSU-Politiker im ARD-„Brennpunkt“. In der Vergangenheit sei immer auch nach weiteren Verdächtigen gesucht worden. „Es gibt eine weitere Person, die dort in Betrachtung ist. Das hat sich bisher aber nicht erhärtet, ist aber auch noch nicht abgeschlossen.“ Diese Anschläge würden typischerweise von Einzeltätern begangen.Mutmaßlicher Attentäter Abdul B. ist totNach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin ist der Tatverdächtige bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Das bestätigte die Senatsinnenverwaltung. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Wie unter anderem der RBB berichtete, starb Abdul B. bei einem Polizeieinsatz in einer Gartenlaube in Berlin-Spandau.Die Berliner Polizei teilte auf der Plattform X mit, der mutmaßliche Täter habe nach bisherigen Erkenntnissen Polizisten mit einer Stichwaffe angegriffen. „Gegen 18.00 Uhr konnte der Tatverdächtiges des gestrigen Anschlags im Großen Tiergarten in einer Kleingartenanlage in Spandau lokalisiert werden“, teilte die Polizei mit. Der Mann sei dann mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen. Daraufhin sei auf ihn geschossen worden und er sei trotz Reanimationsmaßnahmen gestorben. Seine Leiche wurde in der Nacht nach Einsatz der Spurensicherung von der Gerichtsmedizin abtransportiert.Nach Informationen von SZ, NDR und WDR wurde unabhängig von dem Polizeieinsatz in der Gartenlaube heute außerdem eine zweite Person festgenommen. Noch ist aber unklar, welchen Bezug sie zur Tat hat und ob sie während des Anschlags im Tatfahrzeug saß. Abdul B. bereits mehrfach wegen Straftaten verurteiltDer Verdächtige, der am Samstagabend in Berlin ein Auto als Waffe gegen Teilnehmer des CSD eingesetzt haben soll, ist in der Vergangenheit schon öfter straffällig geworden. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Berlin und des Kammergerichts Berlin hervor.2022 verurteilte das Amtsgericht Tiergarten Abdul B. wegen Körperverletzung sowie räuberischer Erpressung. Er hatte 2019 auf dem Schulhof einen Geschädigten geschlagen, 2020 einem anderen Kopfhörer geraubt. Erst vor knapp zwei Monaten, im Mai 2026, verurteilte das Gericht ihn wegen mehrerer Delikte zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, unter anderem wegen „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat".Abdul B. habe den Wunsch entwickelt, sich dem bewaffneten Kampf des Islamischen Staats (IS) anzuschließen, heißt es in der Pressemitteilung. Erst habe er erfolglos versucht, über die Türkei nach Mauretanien zu gelangen, im Mai 2025 sei er über die Türkei nach Libanon gereist. Beim Versuch, dort über Kontaktpersonen sein eigentliches Ziel Syrien zu erreichen, sei er festgenommen worden. Ein Militärgericht verurteilte ihn unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten zu drei Monaten Haft. Nach seiner Entlassung kehrte er nach Deutschland zurück und wurde am Berliner Flughafen festgenommen. Er befand sich bis zum Urteil in Untersuchungshaft. Das Gericht sah es in Übereinstimmung mit der Anklage als erwiesen an, dass Abdul B. bereits am 16. und 24. Juni 2024 auf seinem Instagram-Account verbotene Propaganda des IS veröffentlicht hatte. Beim Strafmaß berücksichtigte es, dass Abdul B. bereits in Libanon und Deutschland in Haft gewesen war. Nach einer sechsmonatigen Bewährungsprüfung sollte entschieden werden, ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werde. Die Verurteilung ist nicht rechtskräftig, da die Generalstaatsanwaltschaft Berlin Berufung eingelegt hat.In einem weiteren Verfahren gegen Abdul B. wurde am 3. Juli 2026 an seiner Anschrift in Berlin-Schöneberg eine Durchsuchung vorgenommen. Der Grund: ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Da nur eine Spielzeugwaffe gefunden wurde, wurde das Verfahren eingestellt.„Queeres Leben wohnt im Herzen dieser Stadt“ Der evangelische Theologe Christian Stäblein hat bei der Andacht in der St. Marienkirche in Berlin bewegende Worte gefunden, um der Opfer des Anschlags in Berlin zu gedenken. „Queeres Leben wohnt im Herzen dieser Stadt“, sagte er. Das Herz der Stadt sei „Freiheit, ist Vielfalt“. Und dieses Herz, das lasse man sich nicht nehmen. „So schwer es heute ist“, sagte er. Die Vielfalt lebe im Herzen Gottes.Am Gottesdienst in der Kirche nahmen mehrere Hundert Trauernde teil, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD). Auch Seyran Ates nahm teil, die in Berlin eine liberale muslimische Gemeinde gegründet hat. Sie sagte, es sei gegen die Grundsätze des Islam, terroristische Anschläge im Namen der Religion zu verüben. Musliminnen und Muslime trügen eine besondere Verantwortung, das deutlich zu machen.Bayerns Innenminister fordert KI-gestützte GesichtserkennungDer bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat den mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf den CSD in Berlin verurteilt: „Diese abscheuliche Gewalttat ist ein direkter Angriff auf die Grundwerte unseres demokratischen und freiheitlichen Zusammenlebens“, sagte Herrmann am Sonntagnachmittag laut einer Mitteilung. Die Bayerische Polizei werde die Sicherheitskonzepte für die bevorstehenden CSD-Veranstaltungen im Freistaat nochmals überprüfen und die bereits hohen Schutzmaßnahmen bei Bedarf weiter verstärken. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Bayern gebe es derzeit allerdings nicht, erläuterte der Minister.Die momentan noch laufende Großfahndung nach dem Täter zeige, wie wichtig der Einsatz von Videoüberwachungsanlagen an öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen mit KI-gestützter Gesichtserkennung ist, sagte Herrmann „Wir benötigen so schnell wie möglich eine klare gesetzliche Grundlage für die Live-Gesichtserkennung bei der Videoüberwachung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Im aktuellen Fall wäre dies eine enorme Hilfe bei der Fahndung nach dem Täter.“Mahnwache auf dem Marienplatz am MontagabendDie Münchner LGBTIQ*-Community will an diesem Montag, den 27. Juli auf dem Marienplatz der Opfer des Anschlags auf den Berliner CSD gedenken. Bei der Mahnwache sprechen ab 19 Uhr Vertreter der Stadtspitze sowie der Münchner CSD-Organisationen, um ihre Solidarität mit der Berliner Community zu bekunden, heißt es in einer Mitteilung. Ein CSD müsse ein Ort sein, an dem Menschen sichtbar, frei und sicher sein können, betonte der Münchner CSD-Geschäftsführer Alexander Kluge.Spurenanalyse im Tiergarten dauert anDie Polizei hat nach dem Angriff am Rande des CSD in Berlin mehrere Menschen in Gewahrsam genommen. Von Tatverdächtigen sprach Polizeisprecher Florian Nath dabei aber nicht. Er sagte jedoch: „Wir haben immer noch die Ermittlungshypothese, dass es nicht nur ein Tatverdächtiger sein könnte.“ Der Sprecher sagte, man habe mehrere Personen im Zusammenhang mit der Tat befragt, die man „teilweise im Gewahrsam“ gehabt habe oder derzeit habe. „Wir müssen diesen Personen aber konkrete Tatverdachtsmomente zuordnen. Wenn wir das nicht können, dann sind diese Personen nach Ablauf von 48 Stunden zu entlassen.“ Im Tiergarten in Berlin war die Polizei am Nachmittag weiter mit der Tatortarbeit befasst. Derzeit werde das Fahrzeug, das bei dem Angriff genutzt wurde, von einem Unfallgutachter akribisch untersucht, sagte Polizeisprecher Nath am Nachmittag. Man sei dabei, Spuren zu analysieren und aneinanderzulegen, „um nachher ein komplettes Tatbild, einen Tathergang rekonstruieren zu können und den dann auch gerichtsfest beweisen zu können“, sagte Nath. Bei dem Angriff scheine eine Hieb- oder Stichwaffe eingesetzt worden zu sein. Zeugen hätten dies bestätigt, man ermittle jetzt, um was für eine Stich- oder Hiebwaffe es sich gehandelt hat. Merz: „Lassen wir uns nicht einschüchtern!“Bundeskanzler Friedrich Merz wendete sich in einem Statement vor Beginn der Andacht zum Anschlag auf den CSD in der Marienkirche in Berlin zunächst an die Opfer und ihre Angehörigen: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieses terroristischen islamistischen Anschlags der letzten Nacht, bei den Familien und bei den Freunden“, sagte Merz. Den Verletzten wünschte er schnelle Genesung. Den Einsatzkräften der vergangenen Nacht dankte Merz für ihr „vorbildlich schnelles Eingreifen, das womöglich Schlimmeres verhütet“ habe.Anschließend appellierte Merz an den Zusammenhalt in der Gesellschaft: „Ich möchte den Teilnehmern des Christopher Street Days hier in Berlin, aber auch in ganz Deutschland zurufen: Lassen Sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern!“ Diese Taten hätten nur einen Zweck, so der Kanzler: „Sie wollen unsere Gesellschaft spalten, sie wollen uns das Wichtigste nehmen, das wir haben: nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit.“Die Bundesregierung werde alles tun, um den oder die Täter so schnell wie möglich zu fassen, sagte Merz. Man werde über Konsequenzen nachdenken und „mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit entscheiden". Man werde die Freiheit jenseits aller parteipolitischen Meinungsverschiedenheiten verteidigen, sagte Merz: „Diese Extremisten haben in der Mitte unserer Gesellschaft keinen Platz, und wir werden nicht zulassen, dass dieses Gift des Terrorismus und dieses Gift gegen unsere Freiheit weiter um sich greift in unserer Gesellschaft.“Merz schloss seine kurze Ansprache mit den Worten: „Wir sind mehr, wir sind stärker, und wir halten in unserem Land zusammen. Das ist das Wichtigste in so einer schweren Stunde.“Bei seiner Ansprache in der Kirche richtete sich Merz dann an die queere Community. Nicht erst ein solcher Anschlag gefährde die Freiheit, sagte er. „Intoleranz, Ausgrenzung, Diskriminierung, dumme Redensarten, schlechte Witze sind bereits Teil einer solchen Gewalt - nicht erst das, was wir gestern Abend erlebt haben, und das, was Sie erleben mussten.“Nach dem Gottesdienst besuchte Merz den Tatort des Anschlags und legte Blumen ab. Unter anderem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hielt er kurz inne und gedachte der Opfer. Bundesanwaltschaft übernimmt ErmittlungenDie Bundesanwaltschaft wird die Ermittlungen zu dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) übernehmen. Das kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) an. "Der Innenminister hat bereits mitgeteilt, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handelt. Der Generalbundesanwalt wird die Ermittlungen übernehmen", sagte die SPD-Politikerin. "Natürlich werden wir die Verantwortlichen mit aller Härte verfolgen und dann auch vor ein Gericht stellen."Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland. Sie kann unter anderem Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus übernehmen. Zudem kann sie solche mit besonderer Bedeutung an sich ziehen.Polizei gibt bei Verletzten EntwarnungAn diesem erschütternden Tag gibt es auch eine erste positive Nachricht. Nach Angaben der Berliner Polizei sei niemand der Verletzten in den Krankenhäusern momentan in einem kritischen, lebensbedrohlichen Zustand. Das sagte ein Polizeisprecher. Bei dem Angriff am Rande des CSD in Berlin starb nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Mensch, 29 weitere wurden verletzt oder schwer verletzt.Hunderte gedenken am Brandenburger Tor der OpferNach dem Angriff am Rande des Berliner Christopher Street Days haben Hunderte Menschen am Brandenburger Tor der Opfer gedacht. „Gestern war ein Angriff auf uns alle, auf alle unsere Eventitäten, auf unsere Existenzen, auf unsere Gemeinschaft und unsere Demokratie. Und wir lassen uns davon nicht unterkriegen“, hieß es in einem der Redebeiträge auf einer Bühne.Menschen legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und lagen sich in den Armen, andere hielten Regenbogenflaggen und Plakate und Banner hoch, darauf stand etwa „Hass ist tödlich“, „Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf uns alle“ oder „We will dance again“. An der Bühne auf dem Pariser Platz hing ein Banner mit der Aufschrift „Protect queer lives“. Ein Hubschrauber kreiste über dem Gelände. Vor dem Brandenburger Tor wurde auch eine Schweigeminute abgehalten. Das Gelände war teils durch Absperrungen gesichert.Mehr ladenTickarooLive Blog Software