Berlin gilt als die toleranteste Stadt Deutschlands. Ein Versprechen, das am Samstagabend mit einem Kleinbus zertrümmert wurde. Wie dünn diese Toleranz ist, zeigte sich, als der Islamist Abdul Ballout (21) mit einem Auto eine Frau tötete und mehrere Menschen schwer verletzte.
Ein islamistischer Anschlag von einem Mann, der seit längerer Zeit auffällig war und observiert wurde, dem man aber offensichtlich nicht für wirklich gefährlich hielt. Der Mann ist nun zum Mörder geworden.
Versprechen auf tönernen Füßen
Und es ist nicht das erste Mal, dass Minderheiten derart an Leib und Leben in Deutschland bedroht werden. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass das irgendwelche Konsequenzen hat. Solange es nur Minderheiten trifft und nicht die vermeintliche Mitte der Gesellschaft, wird es als bedauerlicher Kollateralschaden des Zusammenlebens abgehakt.
Und ich, als schwuler Mann in diesem Land, sitze heute hier und frage mich: Wie lange noch? Ich war nicht dabei an der Siegessäule. Aber ich hätte dabei sein können. Beim CSD ist man nicht einfach Zuschauer – man ist Teil von etwas. Von einem Versprechen, das diese Gesellschaft sich selbst gegeben hat: dass jeder Mensch frei und sicher leben darf. Auf welch tönernen Füßen dieses Versprechen steht, haben wir am Samstagabend gesehen.










