Mit der Waldsiedlung in Berlin-Zehlendorf wollte man nach dem Ersten Weltkrieg sozialen Wohnraum schaffen. Heute genießt sie Kultstatus. Ein Spaziergang.

Die „Papageiensiedlung“ in Zehlendorf, hier hat jede Straße ihr eigenes Farbkonzept

Maurizio Gambarini/imago

Bei der Einfahrt mit der U3 Richtung Krumme Lanke breitet sich rechts und links der Haltestelle Onkel Toms Hütte die Waldsiedlung Zehlendorf aus. Nur wenige Schritte aus der Station heraus genügen, um sich in der Siedlung wiederzufinden, die nicht zur Freude aller Be­woh­ne­r:in­nen auf der Unesco-Weltkulturerbe-Liste steht.

Es ist ein regnerischer Tag und die Häuser wirken verlassen. Doch leuchten sie im Kontrast zum Grau des Himmels in bunten Farben. Diese Farbigkeit brachte ihr auch den einst spöttisch gemeinten Namen „Papageiensiedlung“ ein. Die Siedlung ist nach Flächen und Himmelsrichtungen konzipiert. So begegnen die Westfassaden dem Abendlicht in warmem Rotbraun, während die Ostseiten in sanftem Gelb und Grün leuchten. Erst die Details brechen die Monotonie. Dazu gehören dreifarbig abgesetzte Fensterrahmen, rot gefasste Türen oder etwa jenes kräftige Blau als Akzent dazwischen. Und jede Straße hat nochmal ein etwas eigenes Farbkonzept.