Unesco-Welterbe : Waldsiedlung in Berlin-Zehlendorf wird Welterbe26.07.2026, 11:33Lesezeit: 2 Min.Die Waldsiedlung in Berlin-Zehlendorf ist als Teil der Siedlungen der Berliner Moderne nun offiziell Welterbestätte. Auch das Werk des finnischen Architekten Alvar Aalto gehört jetzt zum Welterbe der UNESCO.Die Waldsiedlung in Berlin-Zehlendorf ist offiziell Teil einer UNESCO-Welterbestätte. Das teilte das UNESCO-Welterbekomitee am Sonntag im südkoreanischen Busan mit. Es war die einzige deutsche Nominierung für die aktuelle Aufnahmerunde. Die Waldsiedlung zählt dabei nicht als eigenständige Welterbestätte, sondern erweitert die seit 2008 bestehende Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“. Die Beratung war zunächst für Montag geplant.Bereits vor 18 Jahren hatte sich das Viertel nebst anderen Siedlungen in Berlin beworben, ist aber leer ausgegangen. Nach einigen Sanierungen und Bürgerinitiativen hat es nach einem neuen Anlauf im Jahr 2021 nun geklappt. Die Waldsiedlung mit ihren bunten und kräftigen Farben an Fassaden und Fensterläden wird auch „Papageiensiedlung“ genannt und entstand zwischen 1926 und 1932. Die Wohnblöcke wurden dabei in den Wald hineingebaut, mit dem Ziel, Licht, Luft und Grün zu einem festen Bestandteil des Alltags der Bewohner zu machen.Wohnkonzepte weiterhin visionär„Die Siedlungen der Berliner Moderne sind weit mehr als herausragende Architektur. Sie zeigen bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankommt“, erklärte die Präsidentin der deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer. „Die Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf macht deutlich, wie visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren – und wie aktuell sie noch immer sind.“ Aus Sicht der deutschen UNESCO-Botschafterin Kerstin Pürschel unterstreiche die Neuaufnahme „die internationale Bedeutung der Berliner Moderne und würdigt ausdrücklich den Beitrag der Waldsiedlung Zehlendorf“.Das Sanatorium Paimio in Finnland, entworfen vom finnischen Architekten Alvar Aalto und 1933 fertiggestellt. Aaltos Werk ist jetzt ebenso UNESCO-Welterbe.Picture AllianceWerk des finnischen Architekten und Designers Alvar Aalto ist ebenso UNESCO-WelterbeAuch das Werk des finnischen Architekten und Designers Alvar Aalto ist in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen worden. Aalto hat sowohl Designklassiker geschaffen als auch Finnlands Architektur geprägt.In die Liste aufgenommen ist nun ein Ensemble aus 13 Gebäuden und Gebäudegruppen in ganz Finnland. Sie seien, so die UNESCO, beispielhaft für die Moderne des 20. Jahrhunderts und eine Reaktion auf umfassende gesellschaftliche Bedürfnisse. Es handele sich um öffentliche, gemeinschaftliche und wohnbezogene Bauten. Einerseits seien sie mit der finnischen Bautradition verwurzelt, griffen andererseits zugleich auch Ideen der weltweiten Moderne auf. Besonders sei die Orientierung am Menschen.Aalto-Theater in EssenTypisch für Aaltos (1898–1976) Bauten sind runde, fließende Formen. Das ist auch in Essen zu sehen, wo das Aalto-Theater steht. Es ist seit 1988 das Opernhaus der Stadt und wurde nach Aaltos Entwürfen gebaut.Aalto lässt sich aber auch ins heimische Wohnzimmer holen. Die Aalto-Vase – 1936 gewann er mit Vorlagen für Glasvasen den ersten Preis beim Karhula-Iittala-Glasdesign-Wettbewerb – wird bis heute in der finnischen Iittala-Glasfabrik hergestellt. Die Vase in Form von Wellen gilt als einer der berühmtesten Designklassiker weltweit.Derzeit gibt es 55 Welterbestätten in Deutschland und mehr als 1250 in über 170 Ländern weltweit. Die Welterbeliste gibt es seit 1978. Für die Ausführung der Welterbekonvention ist das Welterbekomitee zuständig. Es kommt einmal jährlich zusammen und besteht aus Vertretern von 21 Vertragsstaaten, die rotieren. Sitz ist in Paris.