Andere machten Urlaub auf Hawaii, Sabine Wiethaler-Dorn investierte in eine Sudpfanne. Über eine Frau, die ihr Leben dem Erhalt einer fränkischen Familienbrauerei widmet.
Neunhof ist ein mittelfränkisches Dorf, das wie am Hang hinabzurutschen scheint. Seine Häuser bestehen aus schweren Sandsteinquadern, die handgeschriebene Tafel der örtlichen Bäckerei lockt mit Krapfen. Unterhalb der Kirche dominieren, einander gegenüberstehend, zwei wuchtige Gebäude: links der Fachwerk-Gasthof, rechts die Brauerei. Königsblau leuchten davor die Bierkästen, auf denen weiß ein Name steht: Wiethaler.
In diesen Gebäuden ist Sabine Wiethaler-Dorn aufgewachsen. Gerade saß sie noch an der Kasse im Abholmarkt, jetzt trinkt sie auf der gemütlichen Eckbank im Gastraum der Wirtschaft ein Glas Wasser. Hier ist ihre Tochter die Chefin, drüben in der Brauerei der Sohn, an den Wiethaler-Dorn 2023 übergeben hat.
Seit 1994 hatte sie die Brauerei Wiethaler geleitet, als eine von ganz wenigen Frauen in dieser Position. Heute ist sie eher Seniorchefin als Rentnerin, pflegt Kundenkontakte, hilft beim Verkauf im Laden und stellt „ihren Männern“ mittags eine Mahlzeit auf den Tisch. Es ist nicht ganz einfach, freie Termine für ein Interview in ihrem Kalender zu finden, so kurz bevor in der Region die Feuerwehrfeste beliefert werden wollen.







