PfadnavigationHomeRegionalesBayernBräuche, Essen, Alkohol - die fränkische KirchweihVeröffentlicht am 23.06.2025Lesedauer: 5 MinutenBier gehört zur fränkischen Kirchweih dazu. (Archivbild)Quelle: Daniel Vogl/dpaFast jedes fränkische Dorf, das etwas auf sich hält, hat eine Kerwa. Oder Kirchweih. Jetzt ist die Saison auf dem Höhepunkt: mal traditionell, mal laut, aber immer mit deftigen Speisen - und Alkohol.«Wer hat Kerwa?» In fast jedem fränkischen Dorf ist diese Frage im Frühjahr, Sommer oder Herbst ein Wochenende lang zu hören. Die Antwort: «Wir ham Kerwa.» Die Kerwa - oder eben Kirchweih - ist ein Herzstück fränkischer Tradition. Und eine ziemlich komplexe Angelegenheit. Martin Ritter vom Landesverein für Heimatpflege sagt: «Es gibt so viele regionale und lokale Besonderheiten der fränkischen Kerwa, dass man wohl ein ganzes Buch damit füllen könnte.»Woher kommt's?Ursprünglich hatte das Fest einen kirchlichen Charakter, denn gefeiert wurde der Weihetag der Kirche oder der Namenstag des Kirchenpatrons. Nach und nach gesellten sich weltliche Elemente hinzu: «Familien kamen zusammen, es gab Tanz, Belustigung und manchmal Markttreiben, vor allem aber viel Essen und Trinken», schildert Julia Krieger, stellvertretende Bezirksheimatpflegerin des Bezirks Mittelfranken. Die Kirchweih sei seit etwa 1500 das zentrale Ereignis des Jahres gewesen. «Es wurde alles aufgeboten, was möglich war.»Die Kerwa und die ObrigkeitIm territorial zersplitterten Franken habe das Fest lange unter dem Reglement der jeweiligen Landesherrschaft gestanden, sagt Krieger. Dies habe sich gewandelt, als Franken ein Teil des bayerischen Königreichs wurde. «Es änderten sich die vormals starren und reglementierten Abläufe zugunsten eines lebendigeren Festgeschehens, wie es auch heute die Kirchweih prägt.»Günter Dippold, oberfränkischer Bezirksheimatpfleger, in einem Vortrag: «Die Kerwa war nicht statisch.» Mancher Brauch entwickelte sich, verschwand wieder. «Örtliche und regionale Unterschiede bildeten sich heraus», so Dippold weiter. Besonders in lutherischen Regionen sei das Kerwatreiben kritisch gesehen worden. Der Coburger Obrigkeit sei die Kerwa
Bräuche, Essen, Alkohol - die fränkische Kirchweih - WELT
Fast jedes fränkische Dorf, das etwas auf sich hält, hat eine Kerwa. Oder Kirchweih. Jetzt ist die Saison auf dem Höhepunkt: mal traditionell, mal laut, aber immer mit deftigen Speisen - und Alkohol.






