Rund 30 Kilometer östlich von Berlin liegt eine der bestgehüteten Anlagen der DDR – tief unter einer eiszeitlichen Senke bei Harnekop in der Gemeinde Prötzel. Von ihrer Existenz wusste die Öffentlichkeit bis 1990 nichts.Der Bunker war als Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung vorgesehen: der Ort, von dem aus die DDR-Militärführung einen Atomkrieg überstehen und weiterkommandieren sollte. Im Nachrichtensystem der NVA lief die Anlage aus Tarnungsgründen als HNZ-8, kurz für Hilfsnachrichtenzentrale 8. Offiziell trug das Bauwerk die Bezeichnung SBW 16/102.Nach Angaben aus dem Denkmalreport Brandenburg blieb die Anlage bis zum Ende der DDR selbst der Nato unbekannt. Getarnt wurde sie unter anderem als harmlose Funk- und Wetterstation.
Gebaut für den Atomkrieg
Errichtet wurde der Bunker zwischen 1971 und 1976, die Planungen begannen bereits 1968. Mit einer Ausdehnung von etwa 63 mal 40 Metern und mehr als 7500 Quadratmetern Fläche gehört er zu den größten Anlagen dieser Art auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.
Es handelt sich um ein dreigeschossiges Schutzbauwerk der Schutzklasse A, der höchsten in der DDR realisierten Stufe. Die Konstruktion sollte auch bei einem Kernwaffen- oder Chemiewaffeneinsatz funktionsfähig bleiben.






