Keine 50 Minuten nördlich vom Alexanderplatz liegt ein Ort, den es auf keiner DDR-Landkarte gab. Rund 25 Kilometer vom Berliner Zentrum entfernt schottete sich hier die mächtigste Riege des Landes vom eigenen Volk ab: das SED-Politbüro.Die Waldsiedlung Wandlitz war Honeckers Adresse – und ein Symbol dafür, wie weit die DDR-Führung von der Realität ihrer Bürger entfernt lebte. Das Kuriose: Heute kann jeder einfach durchs Tor spazieren.
So entstand „Volvograd“
Der Anlass war die Angst. Ab 1958 ließ die SED-Spitze mitten in einem Waldstück bei Bernau eine Siedlung hochziehen – abgeschirmt, bewacht, geheim. Ab 1960 zogen die Funktionäre ein.Insgesamt entstanden 23 Wohnhäuser mit bis zu 15 Zimmern für die DDR-Größen und ihre Familien. Bewohner: Erich Honecker, Stasi-Chef Erich Mielke, Walter Ulbricht, später Egon Krenz.Den Spitznamen verpasste ihr das Volk. Wegen der vielen Volvos in der Siedlung hieß das Areal spöttisch „Volvograd“ – dazu „Bonzenhausen“ und „SED-Ghetto“.
Die Bibliothek im ehemaligen Wohnhaus von Walter und Lotte Ulbricht in der Waldsiedlung Wandlitz: Holzvertäfelung und Originaleinrichtung sind bis heute erhalten.
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